Nortorfer Land aktuell

07.07.09 Haushaltssatzung der Gemeinde Dtgen fr das Haushaltsjahr 2009 Aufgrund der 77 ff. der Gemeindeordnung wird nach Beschluss der Gemeindevertretung vom (...) Gesamten Artikel lesen

07.07.09 Haushaltssatzung der Gemeinde Emkendorf fr das Haushaltsjahr 2009 Aufgrund der 77 ff. der Gemeindeordnung wird nach Beschluss der Gemeindevertretung vom 15.06.2009 (...) Gesamten Artikel lesen

Kanalsysteme

Arten von Entwässerungen

Mischwasserkanäle

Schmutzwasserkanäle

Trennsystem

Regenwasserkanäle

Unterdruckentwässerung

Druckentwässerung

Mischwasserkanäle

Bei der Mischwasserkanalisation wird häusliches Schmutzwasser und von befestigten Flächen abfließendes Regenwasser in einer Rohrleitung transportiert und einer Klärteichanlage zugeführt. Bei Einrichtungen mit Mischwasserkanalisation erhalten die anzuschließenden Grundstücke nur einen Grundstücksanschlußkanal mit Kontrollschacht an der Grundstücksgrenze. Auf den anzuschließenden Grundstücken ist eine Trennung von Schmutz- und Regenwasser nicht erforderlich. Beides kann in einer Leitung dem Anschlußkanal zugeleitet werden.

Weil die Dimensionierung der Mischwasserkanäle nach der voraussichtlichen Regenwassermenge erfolgt (befestigte Flächen im Einzugsbereich), ist die Einleitung von Niederschlagswasser zum Transport des Abwasser in den Kanälen erforderlich.

Wasser aus Ringdrainagen darf auch in Mischwasserkanäle nicht eingeleitet werden. Die Klärteichanlage wurde nach der voraussichtlich anfallenden Schmutz- und Regenwassermenge bemessen. Die Zuleitung von Grundwasser verringert die Aufenthaltsdauer des Abwassers in der Kläranlage und mindert deren Reinigungsleistung.

Schmutzwasserkanäle

Bei der Schmutzwasserkanalisation dienen die Rohrleitungen ausschließlich der Ableitung von häuslichem Schmutzwasser. Schmutzwasserkanäle enden meistens in einem Abwasserpumpwerk. Sie werden für Gebiete erstellt, die wegen der Höhenverhältnisse oder wegen der großen Entfernung nicht in freiem Gefälle an das Klärwerk angeschlossen werden können. Die Einleitung von Regenwasser oder Grundwasser in Schmutzwasserkanäle ist verboten, weil dadurch die Pumpwerke und die Kläranlage überlastet werden und ein Rückstau in die angeschlossenen Grundstücke erfolgen kann. Das Pumpen von Regenwasser ist zudem unwirtschaftlich.

Auf den angeschlossenen Grundstücken muß Schmutzwasser und Regenwasser getrennt werden. Das Schmutzwasser ist über gesonderte Leitungen dem Schmutzwasseranschlußkanal zuzuführen, das Regenwasser ist auf den Grundstücken zu versickern, sofern nicht ein gesonderter Kanal zur Ableitung von Regenwasser vorhanden ist (Trennkanalisation).

Trennsystem

Bei der Trennkanalisation (Trennsystem) erhält jedes anzuschließende Grundstück je einen Grundstücksanschlußkanal für Schmutzwasser und für Regenwasser.

Regenwasserkanäle

In Regenwasserkanälen wird ausschließlich das von befestigten Flächen abfließende Regenwasser gesammelt und abgeleitet. Sie führen in freiem Gefälle auf dem kürzesten Weg zu einem Vorfluter. Sofern in die Regenwasserkanalisation Niederschlagswasser aus Hauptverkehrsstraßen oder aus Dorfgebieten eingeleitet wird, ist häufig eine Regenwasserbehandlung vor der Einleitungsstelle vorgeschrieben. Regenwasser aus Wohngebieten wird ohne Vorbehandlung eingeleitet.

In die Regenwasserkanalisation darf kein Schmutzwasser eingeleitet werden, weil die Schadstoffe ohne Reinigung in die Vorfluter gelangen. Selbst vorgeschaltete Regenwasserbehandlungsanlagen sind nicht in der Lage, Schmutzwasser ausreichend zu reinigen. Eine Autowäsche ist auf Grundstücken, die an die Regenwasserkanalisation angeschlossen sind, untersagt.

Unterdruckentwässerungsverfahren

Beschreibung des Unterdruckentwässerungsverfahren

Die Unterdruckentwässerung nach dem ATV-DVWK Arbeitsblatt 116, Teil 1 (auch Vakuumentwässerung genannt) gehört zu den Sonderentwässerungsverfahren, das unter bestimmten Umständen (ländlich strukturierte Gebiete mit geringer Siedlungsdichte, mangelndes Geländegefälle, hohe Grundwasserstände) wesentlich wirtschaftlicher ist, als eine Freigefällekanalisation.

Unterdruckleitungen (Vakuumleitungen) werden verlegt wie Wasserversorgungsleitungen, mit dem Unterschied, dass in regelmäßigen Abständen Sprungstücke (Hoch- und Tiefpunkte) eingebaut werden, damit sich im Rohr Wasserpfropfen bilden, die durch die nachströmende Luft beschleunigt und zur Vakuumstation gesaugt werden. Ohne diese besondere Verlegetechnik mit künstlichen Hoch- und Tiefpunkten würde die Luft über das Abwasser hinwegströmen.

Damit das Abwasser in den Unterdruckleitungen in Pfropfen transportiert werden kann, ist es erforderlich, dass über die Vakuumanschlussschächte nach jedem Ansaugvorgang eine ausreichende Luftmenge angesaugt werden kann. Dafür sorgen entsprechende Steuerventile in den Schächten.

Die Unterdruckleitungen bilden ein Verästelungsnetz mit einer zentralen Unterdruckstation. Die Länge von Hauptsträngen beträgt in ebenem Gelände bis zu 4 km.

Der Übergang von der Freigefälleanschlussleitung der Hausinstallation bzw. der Grundstücksanschlussleitungen in die Unterdruckleitung erfolgt im Absaugventil. Dieses ist in einem Hausanschlussschacht (Vakuumschacht) aus Kunststoff untergebracht. Damit genügend Stauraum vorhanden ist, wird zwischen Vakuumschacht und Grundstücksanschlussleitung ein 2 m langer, waagerechter Anschlusskanal DN 200 pro anzuschließendem Grundstück hergestellt. In der Gemeinde Emkendorf wurden aus Kostengründen an einen Vakuumschacht mehrere Grundstücke über von der Gemeinde erstellte Grundstücksanschlusskanäle angeschlossen. Die Grundstücksanschlusskanäle aus KG-Rohr enden an der jeweiligen Grundstücksgrenze der anzuschließenden Grundstücke.

Öffnet ein Absaugventil, werden Schmutzwasser und Luft in die Unterdruckleitung eingesaugt und durchströmen diese in Richtung Unterdruckstation. Der Unterdruck in den Vakuumleitungen liegt zwischen 0,4 und 0,6 bar.

In der Unterdruckstation, die bevorzugt an einem Geländetiefpunkt angeordnet wird, erzeugen drei Vakuumpumpen den erforderlichen Unterdruck in einem unterirdischen Vakuumtank, in dem sich das ‚angesaugte’ Abwasser sammelt. Mit Tauchpumpen, die in dem Tank installiert sind, wird das Abwasser in ‚normalen’ Druckleitungen bis zu einem Hauptpumpwerk und von dort zu einer Kläranlage transportiert. Die mit den Vakuumpumpen angesaugte Luft wird über Kompostfilter geleitet, damit in der Nähe der Vakuumstationen keine Geruchsbelästigung eintritt.

Die Gemeinde Emkendorf verfügt über 3 Vakuumstationen mit dem jeweils dazu gehörenden Leitungsnetz.

Zusammen mit den Unterdruckleitungen wurde ein Störmeldekabel verlegt, an das alle zu einer Station gehörenden Vakuumschächte angeschlossen sind. Bei Aufstau im Bereich der Vakuumschächte sowie bei Ausfall der Absaugventile wird ein Störmeldesignal ausgelöst, dass bei einem Prozessrechner (SPS) in der jeweiligen Vakuumstation aufläuft. Der Rechner gibt die Störungsmeldungen der Schächte sowie Störungen der Vakuumstationen und des Hauptpumpwerks über Handy an einen Störungsdienst weiter. In der Vakuumstation kann der Störungsdienst ablesen, bei welchem Schacht die Störung eingetreten ist.

 

Worauf muss der Grundstückseigentümer beim Vakuumentwässerungssystem achten?

Das dem Vakuumschacht aus dem Gebäuden in freiem Gefälle zufließende Abwasser muss ein Absaugventil passieren, dass einen freien Durchgang von 42 mm aufweist. Sperrige Stoffe, die ohnehin nicht in das Abwasser, sondern in den Hausmüll gehören, können zu Verstopfungen und damit zu einem Ausfall des Vakuumschachtes führen. Zu solchen sperrigen Stoffen gehören Steine, Textilien, Kinderspielzeug sowie Hygieneartikel.

Niederschlagswasser (Regenwasser) darf auf keinen Fall in die Vakuumentwässerung eingeleitet werden. Größere Regenwassermengen führen dazu, dass ein gesamter Vakuumstrang volläuft und der ‚übergroße Wasserpfropfen’ nicht mehr von der Vakuumstation angesaugt werden kann. Von solchen Störungsursachen können ganze Straßenzüge betroffen sein.

Öle und Fette (z.B. aus Friteusen) bilden beim Erkalten in den Abwasserleitungen, den Vakuumtanks und im Hauptpumpwerk eine feste, betonartige Masse und müssen mit erheblichem Kostenaufwand beseitigt werden.

Ein Katalog der Stoffe, die nicht in die zentrale Abwasseranlage geleitet werden dürfen, ist in § 8 der Abwassersatzung aufgeführt.

Die Hausinstallation der angeschlossenen Gebäude muss nach DIN EN 10056 belüftet sein.

Rückstauebene ist die Oberkante des Vakuumschachtes. Bei Ablaufstellen im Gebäude unterhalb der Rückstauebene sind vom Grundstückseigentümer geeignete Vorkehrungen gegen einen Rückstau in das Gebäude zu installieren.

Druckentwässerungsverfahren

Beschreibung des Druckentwässerungsverfahrens

Beim Druckentwässerungsverfahren nach dem ATV-DVWK Arbeitsblatt 116 Teil 2 wird das Abwasser in klein dimensionierten Abwasserdruckleitungen transportiert, die in frostfreier Tiefe, dem Oberflächengefälle folgend (wie Wasserleitungen) verlegt werden. Der Übergang von den Freigefälleleitungen der Hausinstallation auf die Druckentwässerung erfolgt in einem Pumpenschacht außerhalb des Hauses. In der Gemeinde Emkendorf sind jeweils mehrere benachbarte Grundstücke an einen von der Gemeinde betriebenen Pumpenschacht angeschlossen.

In den Pumpenschächten werden handelsübliche Tauchmotorpumpen mit Schneidwerken installiert, die die Abwasserinhaltsstoffe zerkleinern, damit ein Transport in den klein dimensionierten Abwasserdruckleitungen ermöglicht werden kann. Der Betrieb der Pumpen wird wasserstandsabhängig durch eine Steuerung geregelt. Das Abwasser wird in der Abwasserdruckleitung (nur) durch die Fördervorgänge der einzelnen Pumpen transportiert.

Es ist auch möglich, am Ende von Druckleitungsnetzen zusätzliche Druckluftspülstationen anzuordnen, um damit die Aufenthaltszeit des Abwassers in den Druckleitungen zu verkürzen. Dadurch wird die Bildung von Schwefelwasserstoff vermindert und Sauerstoff in das Abwasser eingetragen. Ferner können hohe Spülgeschwindigkeiten Ablagerungen und Inkrustationen lösen. Derzeit sind in der Gemeinde Emkendorf keine Druckluftspülstationen installiert.

In der Gemeinde Emkendorf sind der Bereich des ‚Gutshofes’ sowie die Außenbereiche ‚Neumühlen’ und ‚Grotenheid’ an ein Druckentwässerungssystem mit Kleinpumpwerken angeschlossen. Die Pumpwerke sowie die Anschlusskanäle bis zur Grenze der anzuschließenden Grundstücke werden von der Gemeinde hergestellt und betrieben.

Die Kleinpumpwerke sind nicht an ein Störmeldesystem angeschlossen. Jedes Pumpwerk verfügt über einen Notstauraum und eine Signalleuchte, die einschaltet, wenn ein voreingestellter Wasserstand im Pumpenschacht überschritten wird.

Die Anlieger werden gebeten, Störungen, die durch die Signalleuchte bei den Pumpwerken angezeigt werden, telefonisch dem Störungsdienst unter der Rufnummer 0171 / 55 34 353 zu melden.

 

Worauf muss der Grundstückseigentümer beim Druckentwässerungssystem achten?

Sperrige Stoffe, Textilien und Hygieneartikel dürfen nicht in die Abwasseranlage eingeleitet werden. Sie gehören in den Hausmüll. Solche Stoffe können die Schneidwerke der Pumpen zerstören oder beeinträchtigen und zum Ausfall der Pumpen führen.

Niederschlagswasser (Regenwasser) darf auf keinen Fall in Druckentwässerungsanlage eingeleitet werden. Größere Regenwassermengen führen zu einer Überlastung und ggf. zu einem Ausfall der Pumpwerke. Sie verursachen lange Pumpenlaufzeiten und hohe Stromkosten.

Öle und Fette (z.B. aus Friteusen) bilden beim Erkalten in den Abwasserleitungen und den Pumpenschächten eine feste, betonartige Masse und müssen mit erheblichem Kostenaufwand beseitigt werden.

Ein Katalog der Stoffe, die nicht in die zentrale Abwasseranlage geleitet werden dürfen, ist in § 8 der Abwassersatzung aufgeführt.

Die Hausinstallation der angeschlossenen Gebäude muss nach DIN EN 10056 belüftet sein.

Rückstauebene ist die Oberkante des Pumpenschachtes. Bei Ablaufstellen im Gebäude unterhalb der Rückstauebene sind vom Grundstückseigentümer geeignete Vorkehrungen gegen einen Rückstau in das Gebäude zu installieren.