Nortorfer Land aktuell

07.07.09 Haushaltssatzung der Gemeinde Dtgen fr das Haushaltsjahr 2009 Aufgrund der 77 ff. der Gemeindeordnung wird nach Beschluss der Gemeindevertretung vom (...) Gesamten Artikel lesen

07.07.09 Haushaltssatzung der Gemeinde Emkendorf fr das Haushaltsjahr 2009 Aufgrund der 77 ff. der Gemeindeordnung wird nach Beschluss der Gemeindevertretung vom 15.06.2009 (...) Gesamten Artikel lesen

Aus historischer Sicht

Der Bezirk des Amtes Nortorfer Land in historischer Sicht

Welche historischen Wege führten zur Gründung des Amtes Nortorfer Land? Um nicht gar zu weit zurückgehen zu müssen, wenden wir uns „nur“ der Entwicklung der letzten 500 Jahre zu. Und schon ein flüchtiger Blick wird zeigen, dass das Amt Nortorfer Land - historisch betrachtet - aus vier Teilen mit völlig unterschiedlichem geschichtlichem Hintergrund zusammengesetzt ist. Es handelt sich um das Amt Rendsburg, das Kloster und spätere Amt Bordesholm, das Kloster Itzehoe und um zwei bzw. drei Güter des Kieler Güterdistrikts.

Beginnen wir unsere Betrachtungen mit dem Amt Rendsburg. Zunächst: Das Wörtchen „Amt“ hat mit der heutigen Bezeichnung praktisch nichts zu tun! Das historische Amt Rendsburg hatte seinen Sitz in der gleichnamigen Stadt und umfasste einen großen Teil der mittelholsteinischen Geest. Es unterstand direkt dem Landesherrn und wurde vom einem Amtmann, der meistens dem einheimischen Adel entstammte, verwaltet. Mehrere Unterbeamte (z.B. der Amtschreiber und der Hausvogt) gingen ihm zur Hand. Da aber das Amt Rendsburg verhältnismäßig groß war, war es in verschiedene kleinere Verwaltungseinheiten, die sog. Kirchspielvogteien, unterteilt. Eine von ihnen hatte ihren Sitz in Nortorf und wurde von einem Kirchspielvogt geleitet. Zu seinem Aufgabenbereich gehörten u.a. Justiz-, Polizei- und sonstige Verwaltungssachen. Der Kirchspielvogtei Nortorf gehörten vom heutigen Amt Nortorfer Land die Dorfschaften Bargstedt, Bokel, Borgdorf (z.T.), Brammer, Eisendorf (z.T.), Ellerdorf, Gnutz, Groß Vollstedt (z.T.), Holtdorf, Krogaspe, Oldenhütten, Schülp (z.T.), Seedorf (z.T.), Timmaspe und Warder (z.T.) an. Auf den Begriff „Dorfschaft“ gehen wir weiter unten noch einmal kurz ein. 

Etwa zehn Kilometer östlich von Nortorf liegt Bordesholm. Kurz nach 1300 wurde das vom heiligen Vicelin gegründete Kloster bzw. Stift Novum Monasterium (= Neumünster) auf eine Insel im Bordesholmer See verlegt. Die nun hier beheimateten Stiftsherren gelangten im Laufe der Zeit zu einem nahezu geschlossenen Grundbesitz im Bereich zwischen Kiel und Neumünster, zu dem als westlichstes Dorf Dätgen (erworben zwischen 1411 und 1434) gehörte. Im Zuge der Reformation wurde das Bordesholmer Kloster 1566 aufgehoben, und in der Folgezeit entstand das kleine, landesherrliche Amt Bordesholm (mit einem ähnlichen Verwaltungsaufbau wie in Rendsburg: Amtmann, Amtschreiber, Hausvogt usw.), dem selbstverständlich auch Dätgen angehörte. Erst 1948 trennte sich die Gemeinde von ihrem alten Verwaltungssitz, zu dem es über ein halbes Jahrtausend gehört hatte.

Neben dem Kloster Bordesholm hatte eine weitere geistliche Macht ihre Fühler in den Raum Neumünster-Kiel ausgestreckt: das Itzehoer Zisterzienserinnenkloster. Neben Meimersdorf, Kleinflintbek (z.T.), Techelsdorf und Nortorf (z.T.) erwarben die Nonnen im Laufe des 14. Jahrhunderts in mehreren Schritten auch ganz Langwedel. Wie die Verbindung Dätgen-Bordesholm war auch die zwischen Langwedel und Itzehoe von Dauer. Im Gegensatz zu Bordesholm wurde jedoch das Kloster Itzehoe nicht verweltlicht und vom Landesherrn eingezogen, sondern 1541 in ein adliges, evangelisches Damenstift umgewandelt. Diesen Status hat es bis heute behalten. Und Langwedel hat noch immer „Beziehungen“ zu den Itzehoer Stiftsdamen, führt es doch den Äbtissinenstab im Gemeindewappen.

Während in den Ämtern Rendsburg und Bordesholm sowie in den klösterlichen Dörfern ausschließlich freie Menschen lebten, gab es im letzten der vier Bestandteile des heutigen Amtes Nortorfer Land bis 1805 die Leibeigenschaft. Es handelt sich um die Güter Deutsch-Nienhof, Emkendorf und Pohlsee, letzteres hervorgegangen aus einem zu Nienhof gehörigen Hof. Zu Emkendorf zählten auch Teile von Borgdorf, Eisendorf, Groß Vollstedt, Schülp, Seedorf und Warder. Alle genannten Güter lagen im Kieler Güterdistrikt, der übergeordneten Verwaltungseinheit. Im Verlauf des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit hatte der Gutsherr auf seinem Besitz eine nahezu uneingeschränkte Machtfülle erworben, als deren Hoch-Zeit besonders das 17. und 18. Jahrhundert anzusehen sind. Nur das, was der Gutsherr wollte und bestimmte, galt! Die Untertanen dagegen hatten nur wenige Rechte, aber viele drückende Pflichten. Und eine bäuerliche Selbstverwaltung wie in den eingangs genannten Gebieten war auf den Gütern praktisch unbekannt. Es sollte übrigens noch bis 1928 (!) dauern, bis die Gutsbewohner ganz Schleswig-Holsteins ihre ersten örtlichen Vertretungen frei wählen konnten. Doch davon später.

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Der Gebietsstand des heutigen Amtes Nortorfer Land bis 1867

Amtsgebiet bis 1867

1867 wurden die Herzogtümer Schleswig und Holstein gegen den Willen der Bevölkerung von Preußen annektiert. Mit diesem Jahr beginnt auch ein neues Kapitel in der Verwaltungsgeschichte unseres Landes. Zunächst wurden an Stelle der teilweise noch aus dem Mittelalter stammenden Verwaltungsstrukturen neue eingeführt. Dazu gehörten z.B. die nördlich der Elbe unbekannten Kreise und Gemeinden. Es entstanden u.a. die Kreise Rendsburg mit dortigem Sitz und Kiel mit Sitz in Bordesholm. Bis auf Dätgen (Kreis Kiel) kamen alle anderen Gemeinden des heutigen Amtes Nortorfer Land zum Kreis Rendsburg. Nach dem Ausscheiden der Stadt Kiel wurde der Kreis Kiel 1884 in Landkreis Kiel und 1907 schließlich in Kreis Bordesholm umbenannt. 1932 löste man ihn im Zuge von Sparmaßnahmen auf und verteilte sein Gebiet auf die Nachbarkreise. Die Rechtsnachfolge trat der Kreis Rendsburg an. Aber auch dieser hat die Zeiten nicht unbeschadet überstanden, sondern ging - bei einigen Gebietsveränderungen im Süden und Osten - 1970 in den neugebildeten Kreis Rendsburg-Eckernförde auf.

Wie die Kreise sind auch die Gemeinden - und Gutsbezirke - 1867 gebildet worden. Zuvor gab es andere ländliche Verwaltungseinheiten wie Dorfschaften, aus denen die Gemeinden hervorgegangen sind, und Güter, aus denen nun Gutsbezirke gebildet wurden. Neu bei dieser Umstrukturierung war, daß in den Gemeinden nun erstmalig Gemeindevorsteher - die heutigen Bürgermeister(innen) - gewählt werden konnten. Sie lösten die (ungewählten) Bauervögte ab, die den Dorfschaften - so die zeitgenössischen Ausdrücke - vorstanden. Die Bauervogtei war normalerweise mit dem Besitz einer bestimmten Hofstelle verbunden. Anders sah es jedoch auf den Gütern, den nunmehrigen Gutsbezirken, aus. Hier wurde nicht gewählt, sondern die Geschicke wurden weiterhin - nach gesetzlichen Vorgaben - vom Gutsherrn oder seinem Verwalter geleitet. Schließlich wurden 1928 die Gutsbezirke in Schleswig-Holstein bis auf wenige Ausnahmen aufgelöst und zu Gemeinden umgewandelt. Erst jetzt war es den Bewohnern Blocksdorfs oder Kleinvollstedts vergönnt, ihre örtliche Vertretung selbst zu wählen.

Zwischen Gemeinde und Kreis ließen die Preußen die alten Kirchspielvogteien vorerst bestehen. Als z.B. 1867 der Kreis Kiel gebildet wurde, erhielt das aus den Klosterbesitzungen hervorgegangene Amt Bordesholm nun Name und Status einer Kirchspielvogtei. Doch diesen verwaltungsmäßigen Zwischengliedern war keine große Lebensdauer mehr beschieden. Eine Verwaltungsreform von 1888 bestimmte, daß die Kirchspielvogteien aufzulösen und an ihrer Stelle sog Amtsbezirke zu bilden seien. Nach einer etwa einjährigen Beratungszeit wurde der Umfang der neuen Verwaltungsgebiete 1889 in den verschiedenen Kreisblättern veröffentlicht.

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Die 1889 gebildeten Amtsbezirke

Amtsbezirke ab 1889

Im Kreis Rendsburg gehörten zum Amtsbezirk Bargstedt die Gemeinden Bargstedt, Bokel, Brammer, Holtdorf und Oldenhütten sowie vom Forstgutsbezirk Nortorf das Holtdorfer und Oldenhüttener Gehege und das Bargstedter Moor, zum Amtsbezirk Gnutz die Gemeinden Borgdorf-Seedorf, Gnutz, Ellerdorf, Eisendorf, Krogaspe, Schülp, Timmaspe und Thienbüttel (seit 1938 Teil der Stadt Nortorf) sowie der Forstgutsbezirk Timmaspe, zum Amtsbezirk Langwedel die Gemeinden Groß Vollstedt, Langwedel und Warder sowie vom Gutsbezirk Emkendorf der Besitz Alt-Mühlendorf und das innerhalb der Gemarkung Groß Vollstedt belegene Emkendorfer Gutsland, zum Amtsbezirk Deutsch-Nienhof die Gutsbezirke Deutsch-Nienhof und Pohlsee und zum Amtsbezirk Emkendorf der Gutsbezirk Emkendorf ohne die beim Amtsbezirk Langwedel angeführten Ausnahmen. Bei Emkendorf trat also der Fall ein, das der Gutsbezirk flächenmäßig größer war als der Amtsbezirk! Das im Landkreis Kiel belegene Dätgen kam zunächst zum ebenfalls 1889 gebildeten Amtsbezirk Bordesholm.   

Geleitet wurde ein preußischer Amtsbezirk von einem Amtsvorsteher, der allerdings mit einer weitaus größeren Machtfülle als ein heutiger Amtsvorsteher oder Leitender Verwaltungsbeamter ausgestattet ist. U.a. führte diese dominierende Stellung nach dem Zweiten Weltkrieg dazu, die alten Amtsbezirke preußischer Prägung auf- und durch eine zeitgemäße, demokratischere Verwaltungsform abzulösen. Durch die sog. Amtsordnung aus dem Jahre 1947 wurde dieser Schritt schließlich im folgenden Jahr vollzogen. Es entstanden 1948 - unter erheblichen „Geburtswehen“ - in unserem Raum die eingangs erwähnten Ämter Bargstedt, Borgdorf, Timmaspe und Westensee.

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Die 1948 gebildeten Ämter

Ämter ab 1948

Damals löste sich Dätgen endgültig von seiner Verbindung nach Bordesholm und schloss sich dem näher gelegenen Amt Borgdorf an. Die genannten Ämter und viele andere in Schleswig-Holstein haben ihr Gründungsjahr allerdings nur um 22 Jahre, nämlich von 1948 bis 1970, überlebt. Dann kam die eingangs angesprochene Verwaltungsreform von 1970 und schuf das Amt Nortorf-Land, das sich dann ab 01.01.2007 zum Amt Nortorfer Land entwickelte.

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