Nortorfer Land aktuell

07.07.09 Haushaltssatzung der Gemeinde Dtgen fr das Haushaltsjahr 2009 Aufgrund der 77 ff. der Gemeindeordnung wird nach Beschluss der Gemeindevertretung vom (...) Gesamten Artikel lesen

07.07.09 Haushaltssatzung der Gemeinde Emkendorf fr das Haushaltsjahr 2009 Aufgrund der 77 ff. der Gemeindeordnung wird nach Beschluss der Gemeindevertretung vom 15.06.2009 (...) Gesamten Artikel lesen

Die weitere Entwicklung

Heute gehören dem Amt nach den unter der Rubrik Geschichte geschilderten Gebietsveränderungen nur noch 16 Gemeinden sowie seit dem 01.01.2007 die Stadt Nortorf an. Trotz der Flächeneinbuße (und damit zunächst auch Verminderung der Einwohnerzahl) an seiner nördlichen Peripherie ist die Bevölkerung des Amtsbezirks in der Folgezeit, im wesentlichen aufgrund von Wanderungsgewinnen, kontinuierlich angestiegen.

Die nachfolgende Kurzdarstellung Einwohnerzahlentwicklung (Hauptwohnsitze) - ohne die Einwohner der Stadt Nortorf - lässt dies deutlich erkennen:

01. 04. 1970 (Bildung des Amtes)

8.830 Einwohner

31. 12. 1974

8.100 Einwohner

31. 12. 1976

9.070 Einwohner

31. 12. 1978

9.267 Einwohner

31. 12. 1980

9.440 Einwohner

31. 12. 1982

9.535 Einwohner

31. 12. 1984

9.505 Einwohner

31. 03. 1988 (Volkszählungsergebnis)

9.372 Einwohner

31. 12. 1990

9.524 Einwohner

31. 12. 1992

9.689 Einwohner

31. 12. 1994

9.951 Einwohner

31. 12. 1996

10.502 Einwohner

31. 12. 1998

11.161 Einwohner

31. 12. 2000

11.728 Einwohner

31. 12. 2002

11.919 Einwohner

31. 12. 2003

11.947 Einwohner

31. 12. 2004

12.101 Einwohner

31. 12. 2005

12.044 Einwohner

31. 12. 2006

12.010 Einwohner

31. 12. 200918.548 Einwohner

Durch die Fusion mit der Stadt Nortorf zum 01.01.2007 hat sich diese Zahl  noch einmal um 6.865 Einwohner erhöht, so dass das Amt Nortorfer Land nunmehr 18.548 Einwohner betreut.

Das Amt Nortorfer Land ist derzeit von seiner Flächengröße (24.515 ha), der Einwohnerzahl und der Anzahl der amtsangehörigen Gemeinden her das größte Amt im Kreise Rendsburg-Eckernförde. Dabei sind die zahlreichen Zweitwohnsitzinhaber in den umfangreichen Wochenendhausgebieten am Brahmsee und Wardersee natürlich unberücksichtigt. Gerade auch diese Einwohner des Amtes, die zu beträchtlichen Ansprüchen an die Infrastrukturausstattung der betroffenen Gemeinden sowie an die Verwaltungskraft des Amtes führen, prägen das Kerngebiet des Amtsbereiches wesentlich und treiben in Wahrheit die vom Amt verwaltungsmäßig zu betreuende Einwohnerzahl auf eine Größenordnung hoch, die einiges über 20.000 Einwohnern liegen dürfte.

Um für die künftige Entwicklung fundiertes Datenmaterial verfügbar zu haben und fachliche Vorschläge für Entwicklungsmaßnahmen zu erhalten, hat das Amt im Jahre 1995 eine Struktur- und Entwicklungsanalyse (LSE) erstellen lassen.

Die LSE ermöglichte für 8 amtsangehörige Gemeinden den Einstieg in eine Dorfentwicklungsplanung. Für die Umsetzung der Dorfentwicklungspläne ist ein Zeitraum von etwa 8 Jahren veranschlagt. Die Gemeinde Langwedel hat im Jahre 1995 ein Dorferneuerungsprogramm abgeschlossen. Die Gemeinden Borgdorf-Seedorf und Oldenhütten teilen sich eine Dorferneuerungsmaßnahme nach altem Recht. Da die öffentlichen Fördermittel vorrangig für solche Projekte eingesetzt werden, die in erster Linie zu Wachstum und Beschäftigung beitragen (Ausbau der wirtschaftsnahen Infrastruktur, Verbesserung der allgemeinen Standortbedingungen, Förderung von Projekten der Informationsgesellschaft), wird ein erheblicher Teil der Aktivitäten des Amtes und der amtsangehörigen Gemeinden in den ersten Jahrzehnten des neuen Jahrtausends darin bestehen, die Grundgedanken der LSE weiterzuentwickeln. Natürlich sind die Gemeinden des Amtes trotz beträchtlichen Strukturwandels weiterhin zu einem erheblichen Teil durch die Landwirtschaft geprägt.

Über 70 % der Fläche wird von der Landwirtschaft in Anspruch genommen. Die Zahl der Betriebe ist in den letzten zwanzig Jahren allerdings um fast ein Fünftel zurückgegangen, wobei hauptsächlich Betriebe unter 50 ha betroffen waren. Die Zahl der Betriebe über 50 ha hat hingegen erheblich zugenommen. Insgesamt dürfte es von den überregionalen agrarwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der individuellen Situation eines jeden einzelnen Betriebes (Hofnachfolgeregelung u. ä.) abhängen, welchen Stellenwert die Landwirtschaft in der Zukunft einnehmen wird. Auch die in einigen Gemeinden vorhandenen landwirtschaftlichen Lohnunternehmen sind vorwiegend Zulieferbetriebe für die Landwirtschaft oder jedenfalls von der Landwirtschaft abhängig. Die örtlichen Bedingungen für die Landwirtschaft wurden in den vergangenen Jahren durch agrarstrukturelle Maßnahmen (Flurbereinigung, freiwilliger Landtausch) und zum Teil auch bauleitplanerische Maßnahmen der Gemeinden stabilisiert, wenn nicht gar verbessert. Dass dieser Raum heute über eine gewisse Anziehungskraft verfügt, beweist die zunehmende Bedeutung, die er für Naherholung und Fremdenverkehr gewinnt. Manche Bürgerinnen und Bürger haben sich durch Engagement in diesem Erwerbszweig z. B. durch Bereitstellung von Urlauberquartieren ein zweites Standbein in ihrem Lebensunterhalt geschaffen. Die amtsangehörigen Gemeinden Borgdorf-Seedorf, Dätgen, Eisendorf, Emkendorf, Groß Vollstedt, Langwedel, Schülp bei Nortorf und Warder gehören ganz oder teilweise zum Naturpark Westensee. Die "Walddörfer" Bargstedt, Brammer und Oldenhütten liegen im Naturpark Aukrug.

Die Tourismusvereine "Nortorfer Land und Naturpark Westensee" e. V. und "Aukrug" e. V. sowie die "Touristikgemeinschaft Mittelholstein e. V." (TGM) als Organisation kommunaler Körperschaften dieses Raumes sorgen gemeinsam mit dem Kreis und den Gemeinden für die organisatorischen Voraussetzungen, dass Fremdenverkehr und Naherholung auch unter dem Eindruck wachsender Konkurrenz (z. B. durch Regionen im benachbarten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern) mindestens ihre Position halten, möglichst aber verbessern können. Mit Ausnahme von zwei Gemeinden fördern die Gemeinden des Amtes über das Amt den Fremdenverkehr alljährlich mit beträchtlichen Finanzmitteln. Der Tourismusverein "Nortorfer Land und Naturpark Westensee" e. V. und die regionale Organisation "Touristikgemeinschaft Mittelholstein" e. V. (TGM) befinden sich im Rathaus des Amtes Nortorfer Land.

Fragen des Umweltschutzes und der Gesundheitsvorsorge spielen bei der Verbesserung der Infrastruktur eine erhebliche Rolle (Abwasserbeseitigung, Wasserversorgung, Erdgasversorgung). Der nahbereichsbezogene Personennahverkehr stellt durch die Einbeziehung der freigestellten Schülerverkehre in das Liniennetz der Autokraft seit dem Jahre 1986 eine Mindestversorgung zwischen den Gemeinden und zum Unterzentrum sicher. Wegen der langen Fahrtzeiten und der nicht ausreichenden Busfrequenz ist die Akzeptanz in der Bevölkerung jedoch gering. Im Jahre 1987 wurden die Bahnhaltepunkte Timmaspe, Bokel und Bokelholm geschlossen. Seitdem steht im Nahbereich nur noch der Bahnhof Nortorf eingeschränkt als Zugang zum Schienenverkehr zur Verfügung. Die Privatisierung der Post hat zu erheblichen Veränderungen auf diesem Gebiet geführt. Nur in einigen wenigen Gemeinden gibt es derzeit in Einkaufsläden noch Postagenturen. Selbst im Unterzentrum Nortorf befindet sich die örtliche Postagentur, auf die etliche amtsangehörige Gemeinden bei speziellen Postdienstleistungen angewiesen sind, inzwischen in einem Supermarkt. Im übrigen hat die Privatisierung inzwischen zur Entstehung alternativer Kurierdienste geführt; neue Entwicklungen sind nach Beseitigung sämtlicher Postmonopole in wenigen Jahren zu erwarten.

Leider zeigt sich, dass die Privatisierung und Liberalisierung bislang öffentlicher Dienstleistungsbereiche in der Regel zu Lasten der dünner besiedelten Bereiche gehen. Diese Tendenz ist auch im Nortorfer Wirtschaftsraum zu beobachten. Eine wichtige kommunale Aufgabe der Zukunft wird es daher sein müssen, durch gezielte Maßnahmen (z. B. Einrichtung ländlicher Dienstleistungszentren) in vertretbarem Rahmen gegenzusteuern. Auch durch Entwicklungen in der Informationstechnologie wird in den nächsten Jahren eine gewisse Kompensation erfolgen können.