Nortorfer Land aktuell

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07.07.09 Haushaltssatzung der Gemeinde Emkendorf fr das Haushaltsjahr 2009 Aufgrund der 77 ff. der Gemeindeordnung wird nach Beschluss der Gemeindevertretung vom 15.06.2009 (...) Gesamten Artikel lesen

Entwicklungsanalyse

Struktur- und Entwicklungsanalyse für den Nahbereich Nortorf

Zu den aktuellen landesplanerischen Zielsetzungen in Schleswig-Holstein gehört es, durch integrierte Dorfentwicklung die vielfältigen Funktionen der Gemeinden nachhaltig zu stabilisieren und ihre umweltgerechte, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu fördern. Dabei sollen integrierte Dorfentwicklungskonzepte nach Möglichkeit nicht nur für ein einzelnes Dorf, sondern mit benachbarten Dörfern gemeinsam oder auch für einen gesamten Amtsbereich erarbeitet werden. Aus diesem Grunde muss in der Regel vor Durchführung eines Dorfentwicklungsprogramms durch Erarbeitung einer Ländlichen Struktur- und Entwicklungsanalyse (LSE) der Ist-Zustand der betreffenden Region ermittelt und müssen deren Entwicklungspotentiale analysiert werden.

Um Erkenntnisse über Art und Umfang eines solchen LSE-Prozesses zu erhalten, hat das zuständige Ministerium erstmals ab 1994 in vier Regionen des sogenannten 5b-Zielgebiets modellhaft die Erstellung von vier LSE finanziell gefördert. Zu diesen Regionen gehörte auch das Amt Nortorf-Land mit der besonderen Zielsetzung, zusätzlich die Wechselbeziehungen zwischen den ländlichen Gemeinden des Amtsbezirks und dem Unterzentrum Nortorf zu untersuchen. Deshalb bezieht sich die LSE in ihren wesentlichen Aussagen auf den gesamten Nahbereich des Unterzentrums Nortorf.

An der Erstellung der LSE unter der Trägerschaft des Amtes Nortorf-Land waren drei Gutachterbüros beteiligt. Sowohl die Vorbereitungsarbeiten wie die gesamte Phase der Durchführung des Projekts fand in enger fachlicher Begleitung durch die Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins sowie des zuständigen Ministeriums selbst statt. Nach Durchführung einiger vom Amt geforderter Vervollständigungs- und Zusatzarbeiten wurde die fertige LSE im November 1995 vorgelegt. Neben einer umfassenden Bestandsaufnahme enthält die LSE, allerdings mit unterschiedlicher Gewichtung, Angaben über Entwicklungsperspektiven und Handlungsempfehlungen in einer Reihe von Themenbereichen. Im Schlussteil wird für jede der dem Amt angehörenden Gemeinden ein grobes Entwicklungsziel definiert und insbesondere eine Aussage getroffen, dass in den Gemeinden Bargstedt, Brammer, Bokel, Groß Vollstedt, Krogaspe, Schülp bei Nortorf, Timmaspe und Warder ein Dorfentwicklungsverfahren eingeleitet werden sollte. Die Aufstellung der Dorfentwicklungspläne wurde in den genannten Gemeinden im Jahre 1998 begonnen und Ende 1999 abgeschlossen. Für die Umsetzung der Dorfentwicklungspläne ist ein Zeitraum von etwa 6 Jahren veranschlagt; danach werden voraussichtlich die der Förderung zugrunde liegenden Mittel der Europäischen Union wegfallen.

Die zusammenfassende Beurteilung der Struktur- und Entwicklungsanalyse befasst sich mit folgenden Themen:

  • Verkehrsinfrastruktur
  • Bevölkerungsstruktur/Soziokulturelles Leben
  • Tourismus
  • Erwerbstätigkeit und Arbeitsmarkt
  • Regionale Wirtschaft
  • Wirtschaftspotentiale im Bereich der Landwirtschaft

Verkehrsinfrastruktur

Zur Bewertung der Verkehrsinfrastruktur wurden vorhandene Unterlagen (Pläne, Studien und Karten) ausgewertet und die Ergebnisse der von stadt & land durchgeführten Workshops und Gespräche einbezogen.

Die Gemeinden des Amtes liegen zentral innerhalb Schleswig-Holsteins. Die regionale und überregionale Straßenanbindung und -erschließung ist bedingt durch vorhandene Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen hervorragend.

In Nortorf existiert ein Schienenhaltepunkt im Unterzentrum an der zweigleisigen, elektrifizierten DB-Hauptstrecke Hamburg-Neumünster-Flensburg. Das Zugangebot weist jedoch Nachteile auf (Zwei-Stunden-Takt; fehlende durchgehende Verbindungen Richtung Hamburg; notwendiges Umsteigen in Neumünster). Der Bahnhof in Nortorf könnte einen freundlicheren Empfang bieten.

In einigen Gemeinden informieren zwar Fahrplaninformationsblätter die Haushalte über das bestehende Angebot an Bus- und Bahnabfahrten; es fehlen im öffentlichen Verkehrsangebot aber Beförderungsalternativen zum PKW insbesondere zwischen den Gemeinden, die nicht zentraler Ort bzw. Schulstandort sind.

In vielen Abschnitten des klassifizierten Straßennetzes sind bereits straßenbegleitende Radwege vorhanden. Es bestehen jedoch noch einige Netzlücken und Defizite in der begleitenden Radverkehrsinfrastruktur (Beschilderung, Serviceangebote).

Als Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur wird vorgeschlagen:

  • das Radverkehrsnetz auszubauen und zu beschildern,
  • einen Fahrrad(-wander)bus zwischen den benachbarten Oberzentren und den Naturparkgemeinden des Amtsgebietes einzusetzen,
  • eine Machbarkeitsstudie zum Einsatz flexibler ÖPNV-Bedienungsmodelle zu erstellen und
  • den Nortorfer Bahnhof aufzuwerten.

Bevölkerungsstruktur / Soziokulturelles Leben

Die Bevölkerungsentwicklung und -struktur wurde anhand von Daten der amtlichen Statistik im zeitlichen und regionalen Vergleich ausgewertet und grafisch dargestellt. Bei der Untersuchung der soziokulturellen Situation wurde neben Einzelgesprächen ein Stärken-Schwächen-Workshop mit Vertretern relevanter Organisationen in der Region Nortorf durchgeführt. Auf einem weiteren Workshop wurden Projekte und Maßnahmen dieses Bereichs mit dem Amtsausschuss, Vertretern der Stadt Nortorf und weiteren Akteuren diskutiert und bewertet.

Das Amt Nortorf-Land weist seit seiner Bildung im Jahr 1970 Bevölkerungszuwächse auf, die vor allem auf Wanderungsgewinnen basieren. Von einem „Ausbluten“ bzw. einer Entleerung der Dörfer kann hier nicht gesprochen werden. Das Amt hat zudem eine vergleichsweise gute Altersstruktur: es gibt einen hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen sowie einen geringen Anteil bei den über 60-jährigen. Mittelfristig werden sich aufgrund des Altersaufbaus auch im Amtsgebiet Geburtsdefizite und Einwohnerrückgänge einstellen. Nur durch anhaltende Wanderungsgewinne von jungen Familien ist die heutige Bevölkerungsstruktur zu sichern. Hohe Wanderungsgewinne bedeuten gleichzeitig aber auch Auswirkungen auf das soziale Leben im Dorf. Hier muss jede Gemeinde entscheiden, welche Wohnbauflächenentwicklung sie anstrebt.

Die Versorgungsinfrastruktur und das soziokulturelle Leben sowie deren Problemlage sind bei 16 amtsangehörigen Gemeinden, deren Einwohnerzahl zudem sehr stark divergiert, naturgemäß sehr unterschiedlich („jedes Dorf ist anders“). Die in den Gemeinden vorhandenen Einrichtungen und Aktivitäten wurden in einer Tabelle erfasst. Als übergreifende Probleme können die Grundversorgung in den Dörfern (Lebensmittel, Sparkasse), Mobilitätsprobleme für einzelne Bevölkerungsgruppen (ÖPNV), Mangel an (qualifizierten Halbtags-) Arbeitsplätzen für Frauen sowie fehlende Räumlichkeiten für Alte, Jugendliche und Selbsthilfegruppen benannt werden. Die zunehmende Wohnfunktion der Dörfer durch den wirtschaftlichen Strukturwandel und die Ansiedlung von Neubürgern bringt vielfältige soziokulturelle Auswirkungen  auf das familiäre und dörfliche Leben. Insgesamt ist auf Basis der Gespräche und Workshops eine Zufriedenheit mit dem dörflichen Leben festzustellen, was u.a. mit der Dorfgemeinschaft, der Nachbarschaftshilfe, dem Vereinsleben, den kulturellen und sportlichen Angeboten sowie der Lebensqualität durch die Natur begründet wird.

Auf Basis der Analyse werden insbesondere solche Projektvorschläge für den Bereich Soziales unterbreitet, die nach den Richtlinien zur Förderung der Dorf- und ländlichen Regionalentwicklung zuwendungsfähig sind, wie z.B. der Um- und Ausbau ehemaliger landwirtschaftlicher Gebäude bzw. dörflicher Bausubstanz oder die Schaffung von Einrichtungen zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der dörflichen Bevölkerung:

  • Sicherung und Weiterentwicklung von Ladengeschäften / Grundversorgung,
  • Sicherung von Gasthöfen durch multifunktionale Nutzung,
  • Schaffung von Gemeinschaftsräumen für Senioren, Kinder und Jugendliche sowie für Selbsthilfegruppen,
  • Kinderwohnheim in landwirtschaftlichem Gebäude bzw. sonstiger dörflicher Bausubstanz,
  • kleines Altenwohnheim mit teilweiser Selbstversorgung durch die Bewohner.

Weitere Handlungsvorschläge im Bereich Soziales sind betreute Grundschule, qualifizierte Tagespflegestellen für Kinder („Kindernester“); Selbsthilfe-Projekt auf Amtsebene für ältere Menschen; Kurzzeit-Kinderbetreuung in Nortorf.

Tourismus

Die Einbindung des regionalen Sachverstandes in die Untersuchung erfolgte zum einen auf der Basis von Einzelgesprächen (mit Vertretern touristischer Organisationen, der Unteren Naturschutzbehörde) und zum anderen durch die Veranstaltung zweier Workshops, einem Stärken-Schwächen-Workshop mit touristischen Leistungsträgern und einem zweiten Workshop „Leitbilder und Projekte“, an dem überwiegend politische Mandatsträger teilnahmen.

Insgesamt ist der Tourismus im Amt Nortorf-Land gering ausgeprägt, jedoch mit gewissen Schwerpunkten in den Seenbereichen. Quantitativ überwiegen hier touristische Sonderformen wie das Freizeitwohnen (Wochenendhäuser, Dauercamping) und Erholungsheime. Ansonsten prägen privat vermietete Ferienwohnungen das Angebot.

Wesentliche Stärken der Region sind die Lage zwischen den Meeren, die gute Erreichbarkeit, sowie die hohe landschaftliche Erholungseignung (Naturpark Westensee/Naturpark Aukrug), die sich zum Radfahren, Wandern, Reiten und zu wasser- orientierten Aktivitäten anbietet. Die Gäste können im Amtsgebiet Ruhe und Entspannung finden. Hervorzuheben sind weiterhin die Aufgeschlossenheit der Vermieter und die organisatorische Einbindung in die touristische Gebietsgemeinschaft Mittelholstein.

Eine wichtige Schwäche des Amtsgebietes ist seine Unbekanntheit als Urlaubsregion. Die Freizeitinfrastruktur ist ergänzungs- und qualifizierungsbedürftig. Das Freizeitwohnen tritt an den Seen in Konkurrenz zu Urlaub und Naherholung. Ein Engpass besteht auch in der geringen Akzeptanz des Tourismus in den Gemeinden, der als Wirtschaftsfaktor unterschätzt wird. Die allgemein angespannte Marktsituation im Inlandstourismus hat den Wettbewerb der Regionen verschärft.

Als touristisches Leitbild für die Region wird empfohlen, sich mit ruhigen, naturorientierten Urlaubsformen zu profilieren sowie in Teilbereichen der Seen auf die Schwerpunkte Naherholen und Freizeitwohnen zu setzen. Insgesamt lässt sich die touristische Intensität maßvoll steigern. Die regionale Kooperation im Rahmen der Gebietsgemeinschaft Mittelholstein ist weiter zu stärken und die Verflechtungen mit der Stadt Nortorf sollten bewusst gefördert werden.

Auf Basis des landschaftlichen Potentials, der vorhandenen touristischen Infrastruktur sowie der kommunalen Entwicklungsziele werden jeder Gemeinde touristische Entwicklungsziele zugeordnet.

Vorschläge zur naturparkgerechten Qualifizierung und Ergänzung des Freizeitangebotes  beinhalten z.B.  die Beschilderung der Radwanderrouten, die  Ermöglichung der Umrundung von Seen für Radfahrer und Wanderer, die Entwicklung eines Reitwegenetzes, die Schaffung von Naturerlebnisangeboten sowie Ideen für Schlechtwetterangebote im Nahbereich. Weiterhin werden Maßnahmen zur Sicherung und Attraktivitätssteigerung der Dorfgasthöfe und Strategien zur Förderung des Tourismusbewusstseins entwickelt. Für den Naturpark Westensee sollte ein Naturparkeinrichtungsplan erarbeitet werden.

Erwerbstätigkeit und Arbeitsmarkt

Das Kapitel Erwerbstätigkeit und Arbeitsmarkt gibt einen Überblick über die Entwicklung des Erwerbspersonenangebotes und seine Aufnahme auf dem Arbeitsmarkt. Dabei gilt für den Nahbereich Nortorf, dass nicht alle Erwerbstätigen in der heimischen Region einen Arbeitsplatz finden. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit nicht überdurchschnittlich hoch. Das Arbeitsplatzdefizit der Region wird dadurch verringert, dass dank der günstigen Lage und Verkehrsanbindung Nortorfs ein sehr hoher Anteil von Bewohnern über die Regionsgrenzen hinaus zur Arbeit auspendelt.

Der Arbeitsmarkt des Nahbereichs Nortorf ist durch ein starkes Anwachsen des Arbeitskräfteangebotes in den vergangenen beiden Jahrzehnten gekennzeichnet gewesen. Dieses ist zum einen durch das Hereinwachsen der geburtenstarken Jahrgänge in das Erwerbsalter, zum anderen aber auch durch eine überdurchschnittlich hohe Erwerbsbeteiligung der Regionsbewohner bedingt. Anders als strukturschwache ländliche Regionen des Landes Schleswig-Holstein weisen Amt Nortorf-Land und Nahbereich Nortorf eine starke überdurchschnittliche Erwerbsquote auf. Auch die Frauenbeteiligung liegt über anderen ländlichen Regionen, ist aber insgesamt immer noch unterdurchschnittlich. Dies gilt insbesondere für den Amtsbereich, in dem offensichtlich Frauenarbeitsplätze und entsprechende organisatorische Maßnahmen zur Realisierung der Frauenerwerbstätigkeit fehlen und verbessert werden könnten.

Der wirtschaftsstrukturelle Wandel drückt sich auch in der Struktur der Erwerbstätigkeit aus. Waren 1970 noch 37 % aller Erwerbstätigen der Region in der Landwirtschaft beschäftigt, so sind es 1987 nur noch 13 %, im Amt Nortorf-Land selbst noch gut 18 %. Damit übersteigt der landwirtschaftliche Anteil des Amtes den Kreisdurchschnitt noch immer um das Dreifache. Gleichwohl ist der Wandel in den Dörfern zum Teil extrem. Viele Gemeinden der Region hatten 1970 noch um die Hälfte aller Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, heute finden sich nur noch in den beiden kleinen Gemeinden Brammer und Oldenhütten mehr als ein Drittel landwirtschaftlich Tätiger. Die starke Veränderung der Erwerbstätigkeit ist dabei sowohl durch den wirtschaftsstrukturellen Wandel als auch durch starke Zuzüge von Einwohnern, die in anderen Branchen arbeiten, bedingt.

Das regionale Arbeitsplatzangebot hat zwar in den vergangen Jahrzehnten ebenfalls zugenommen, doch liegt der Zuwachs erheblich unter der Zunahme des Erwerbspersonenangebotes und bleibt hinter den Zuwachsraten anderer Regionen deutlich zurück. Innerhalb des Nahbereichs Nortorf weist das Amt Nortorf-Land sogar einen deutlichen Arbeitsplatzverlust auf. Nur dank des extrem starken Wachstums des Arbeitsplatzangebotes im Unterzentrum Nortorf konnten die Verluste im Amtsbereich ausgeglichen werden. Nur so ergibt sich für den Nahbereich Nortorf insgesamt überhaupt ein positiver Entwicklungstrend im Arbeitsplatzangebot.

Für die Arbeitsplatzverluste im Amt Nortorf-Land ist allein der Sektor Landwirtschaft verantwortlich, denn in den anderen Wirtschaftsbereichen nahm die Beschäftigung auch im ländlichen Bereich deutlich zu. Dieser Beschäftigungszuwachs liegt - wie auch in der Stadt Nortorf - deutlich über dem Landesdurchschnitt. Allerdings ist der Zuwachs im Amtsbereich weit weniger beschäftigungswirksam als in der Stadt Nortorf.

Insgesamt trifft damit der unterdurchschnittliche Zuwachs an Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region auf ein stark wachsendes Erwerbspersonenangebot. Die aktuelle Arbeitsmarktbilanz zeigt, dass nach wie vor der Nahbereich Nortorf ein deutliches regionales Arbeitsplatzdefizit aufweist. Nur für 56 % der Beschäftigten und Beschäftigungssuchenden der Region steht in der Region selbst ein Arbeitsplatz zur Verfügung. Mehr als ein Drittel der Arbeitskräfte pendelt (per Saldo) über die Regionsgrenzen hinweg aus, um einer Beschäftigung nachzugehen.

Räumliche Konzentration des Arbeitsplatzangebotes: Innerhalb des Nahbereiches konzentrieren sich 76 % aller Arbeitsplätze auf das Unterzentrum Nortorf, während dort nur 41 % aller Arbeitskräfte der Region wohnen.

Die Arbeitslosigkeit der Region bewegt sich im Durchschnitt von Kreis- und Landeswerten. Sie ist damit - trotz des regionalen Arbeitsplatzdefizits - nicht überdurchschnittlich hoch, hat allerdings nach wie vor ein hohes Ausmaß. Die saisonalen Schwankungen sind gering, weil der Tourismus keine Rolle spielt.

Die günstige Lage der Region nahe der Oberzentren Neumünster und Kiel und die günstigen Straßenverkehrsverbindungen dorthin begünstigen den extrem hohen Auspendlerüberschuss bei den Berufspendlern. Neben dem Auspendlerüberschuss ist zu beachten, dass innerhalb der Region auch starke Pendelbeziehungen bestehen, die insbesondere dem Arbeitsmarktzentrum Stadt Nortorf gelten.

Die Berufspendlerzahlen haben sich seit 1970 stark erhöht. Wichtigster Zielort für die Berufsauspendler aus dem Amt Nortorf-Land ist die Stadt Nortorf (mehr als ein Viertel der Berufsauspendler). Zweitwichtigster Ort ist Kiel (insbesondere für die östlich gelegenen Gemeinden, aber auch für die Stadt Nortorf). Drittwichtigster Zielort, aber wichtigstes Berufspendelziel für die Stadt Nortorf (31 %) und die südlichen Amtsgemeinden ist Neumünster. Das nördlich gelegene Mittelzentrum Rendsburg zieht in nur geringem Umfang Arbeitspendler an. Bemerkenswert ist ferner, dass auch Hamburg für eine Reihe von Arbeitspendlern (besonders aus Nortorf und Langwedel) Zielort ist. Die räumlichen Arbeitspendelbeziehungen sind in einer Karte festgehalten (Abb. 5-2).

Insgesamt gilt:

  • Die Stadt Nortorf stellt das relativ wichtigste Arbeitsplatzzentrum für den Nahbereich dar.  
  • Die günstige Lage und Verkehrsanbindung der Region zu den Oberzentren Kiel und Neumünster führt zu starken Pendelbeziehungen. Es sind sogar nennenswerte Pendlerströme nach Hamburg festzustellen.
  • Die Region ist von der Entwicklung der Arbeitsplätze in der Stadt Nortorf sowie von den Pendlerarbeitsplätzen außerhalb der Region stark abhängig.
  • Die derzeitigen Mobilitätsbedingungen wie steuerliche Begünstigung der Fahrten zum Arbeitsplatz sowie geringe Benzinkosten begünstigen die starken Pendelbeziehungen und die dadurch bedingte Wohnstandortgunst der Region; aber es ist nicht gewiss, wie lange diese Bedingungen in der Zukunft anhalten werden.
  • Es ist notwendig, das Bestehen und die Entwicklung von Arbeitsplätzen vor Ort zu begünstigen. Dies gilt sowohl für kleinbetriebliche und dorfverträgliche Ansätze in den Gemeinden des Amtes Nortorf-Land wie für die Gewerbeentwicklung der Stadt Nortorf.
  • In besonderem Maße sollten auch für Frauen Arbeitsplätze und Teilzeitarbeitsplätze geschaffen werden, wobei auch die Rahmenbedingungen zur Arbeitsaufnahme für die Frauen verbessert werden müssen.
  • Die Lagelust der Region sollte zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung genutzt werden. Das Gewerbeflächenangebot sollte in der Stadt Nortorf konzentriert werden, um eine Bündelung der Verkehrsströme, der Infrastrukturen und eine Minimierung der ökologischen Belastung zu erreichen.

Regionale Wirtschaft

Das Kapitel Regionale Wirtschaft befasst sich im einzelnen mit dem wirtschaftsstrukturellen Wandel und den Entwicklungsperspektiven der Region im Bereich der gewerblichen Wirtschaft. Dazu reicht die Statistik nicht aus, weil sie weder differenziert noch zeitnah genug ist. Gerade der ländliche Raum zeichnet sich durch hohe Verluste an Arbeitsplätzen und Schwierigkeiten der Neuansiedlung oder Bestandsentwicklung vor Ort aus. Eine weitere Konzentration der Arbeitsplätze in den übergeordneten Zentren des Landes kann langfristig nur zu einer Entleerung und Verarmung ländlicher Räume führen.

Um genauere Aussagen zu gewinnen, war es notwendig, die wichtigsten Betriebe der Region mündlich zu befragen. Nur auf diesem Wege lassen sich Entwicklungsaussagen zu den Betrieben und Gemeinden sowie Hinweise auf Problemlagen erhalten. Die Auskunftsbereitschaft der Betriebe, der Bürgermeister (zur Entwicklung der Gemeinden) und der weiteren beteiligten Kammern und Institutionen war dabei ausgezeichnet.

Die sektorale Wirtschaftsstruktur der Region ist gekennzeichnet durch einen geringen Beschäftigtenanteil im Verarbeitenden Gewerbe des Amtsbezirkes, aber einen sehr hohen Besatz in der Stadt Nortorf. Genau andersherum verhält es sich beim Baugewerbe. Überdurchschnittliche Anteile hat die Stadt insbesondere im Bereich von Handel und Verkehr, während der Dienstleistungen und Gebietskörperschaften (der Staat) in der Stadt eine erstaunlich geringe Bedeutung aufweisen. Hier erreicht der Amtsbezirk nur dank der Sonderaufgabe Autobahn annähernd durchschnittliche Werte.

Zwar hat das Verarbeitende Gewerbe in der Stadt Nortorf in den vergangenen Jahren Beschäftigungsverluste hinnehmen müssen, dennoch ist das Verarbeitende Gewerbe nach wie vor der wichtigste Sektor für die Beschäftigung der Region.

Bezüglich der Betriebsgrößen unterscheiden sich Stadt und ländlicher Bereich deutlich: Während im Amt Nortorf-Land mehr als vier Fünftel aller Beschäftigten in Kleinbetrieben mit weniger als 20 Beschäftigten arbeiten, sind es in der Stadt Nortorf nur 41 %. Hier arbeiten sogar 30 % in Betrieben mit mehr als 100 Beschäftigten. Die meisten der Betriebe im ländlichen Bereich sind dem Handwerk zuzurechnen.

Die Arbeitskräfte für die Betriebe im Amt Nortorf-Land stammen nur in geringem Maße aus der näheren Region und kommen ganz überwiegend aus weiter entfernten Orten. Hierin drückt sich die Schwierigkeit aus, Arbeitskräfte und vor allem Fachkräfte in der näheren Region zu finden. Allerdings werden auch nur in geringem Maße die Fachkräfte aus dem eigenen Betrieb hervorgebracht. Im Vergleich zu anderen Regionen ist die Ausbildungsbereitschaft nur mäßig. Erschwert wird die Ausbildung durch die Ausrichtung der örtlichen Betriebe auf überregionale Einsatzstellen und eine hohe Spezialisierung, so dass bestimmte Lehrbereiche nicht mehr abgedeckt werden können.

Die Absatz- und Lieferverflechtungen der Betriebe im Nahbereich Nortorf sind stark überregional orientiert. Die Verkehrsgunst der Region führt zu einer extremen überregionalen Ausrichtung. Dies gilt auch für die kleineren Handwerksbetriebe der Region. Interessanterweise wird der örtliche und regionale Markt zugleich kaum bedient, sieht man von Betrieben aus dem Bereich der Landmaschinentechnik und des -handels ab. Die überregionale Orientierung ist nicht mit der Beteiligung an öffentlichen Aufträgen verbunden, sondern richtet sich deutlich auf die Privatwirtschaft. Wichtigstes Motiv sind die höher erzielbaren Preise der Ballungsräume. Auf der anderen Seite klagen viele der ansässigen Betriebe darüber, dass sie bei der Angebotseinholung in der Region häufig übergangen werden.

Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Tätigkeit der Betriebe im ländlichen Umland im Vergleich zu anderen Regionen überdurchschnittliche Verkehrsbeziehungen hervorruft im Hinblick auf

  • weite Pendel-Einzugsbereiche der Beschäftigten,
  • weiterräumige Auftragsbereiche und
  • entfernte Vorlieferanten.

Kooperationsbeziehungen der Betriebe untereinander sind weder hinsichtlich der Ausbildung noch bei Auftragsbearbeitung stärker verbreitet. Hier ist ein wichtiger Ansatz, die Entwicklung der Betriebe durch geeignete Beratung voranzutreiben.

Die Weiterentwicklung traditioneller ländlicher Handwerke ist einigen Betrieben der Region beispielhaft gelungen. Besonders zu erwähnen sind Weiterentwicklungen von Schmieden über den Brunnenbau zur heutigen Wassertechnik. Hier zeigt sich die Innovationsbereitschaft dieser Betriebe, die sich mit einer weiträumigen Ausrichtung verbindet, da nicht mehr der lokale Markt für die Existenz allein ausreicht, sondern der überregionale mit entsprechender Spezialisierung (bis zur Alleinstellung) gesucht werden muss.

Ähnlich wie in der Landwirtschaft spielt bei den Kleinbetrieben im Amt Nortorf-Land die Nachfolgeproblematik altersstrukturbedingt eine große Rolle. Bei 10 % aller Betriebe des ländlichen Bereiches ist innerhalb der nächsten fünf Jahre mit einer ersatzlosen Schließung zu rechnen. Bei weiteren 30 bis 40 % der Betriebe zeichnet sich ab, dass ein Nachfolger nicht zur Verfügung stehen wird, wenngleich Modernisierungsgrad und Geschäftsentwicklung weiterhin als positiv beurteilt werden können. Hier steht der Verkauf der Betriebe im Vordergrund. Bei gut der Hälfte der Betriebe kann die Betriebsnachfolge jedoch als geregelt angesehen werden, wobei der Generationswechsel häufig bereits vollzogen ist. Der Nachfolger weist hierbei meist eine zusätzliche oder eine weitergehende Qualifikation auf.

Die betrieblichen Standorte liegen in den Gemeinden des Amtes Nortorf-Land meist innerhalb der Ortslage in nicht gesondert ausgewiesenen Flächen. Dies gilt auch für Neuansiedlungen und verlagerte Betriebe. Die Standortzufriedenheit ist äußerst hoch. Aus Sicht der Betriebsinhaber werden angrenzende Flächen häufig als Erweiterungsmöglichkeit eingeschätzt. Nachbarschaftskonflikte mit dem Wohnen und Erweiterungsengpässe werden nur vereinzelt gesehen. Hier wird es nötig, nicht nur die baurechtlichen Voraussetzungen an dem einen oder anderen Ort zu klären und Konflikten mit Wohnen, Ortsbildung und funktionaler Einbindung vorzubeugen, sondern auch dafür zu sorgen, dass bauliche Erweiterungsmöglichkeiten wie z.B. leerstehende und leerfallende landwirtschaftliche Bausubstanz genutzt werden können. In der Region finden sich bereits auch Beispiele für die Mehrfachnutzung größerer Gebäudekomplexe.

Für künftige betriebliche Erweiterungen reichen derartige lokale Umnutzungsmöglichkeiten nicht aus. Daher werden bei einer Reihe von Gemeinden des Amtes die Ausweisung von Gewerbeflächen gewünscht. Dies erscheint im Hinblick auf örtlichen Verlagerungsbedarf im Einzelfall notwendig. Voraussetzung für die Ausweisung neuer gewerblich nutzbarer Flächen in den ländlichen Gemeinden ist, dass

  • die Flächen dem Ort selbst baulich unmittelbar zugeordnet sind,
  • die überörtliche Anbindung gewährleistet ist und
  • die infrastrukturellen Gegebenheiten am Ort vorhanden sind.

Dätgen, Timmaspe und Groß Vollstedt erfüllen die Anforderungen hinsichtlich der ersten beiden Punkte am besten. Flächenbedarf von Betrieben aus dem Ort könnte vor allem in Dätgen und Timmaspe entstehen. Weitere Einzelpunkte finden sich im Textteil. In jedem Fall sind die künftigen Standortanforderungen und die Verlagerungsbereitschaft der betroffenen Betriebe sorgfältig zu prüfen.

Für Neuansiedlungen von außerhalb und die Entwicklung größerer Betriebe sollten im Unterzentrum Nortorf Gewerbeflächen vorgehalten werden, weil nur hier die von den Betrieben (und ihren Mitarbeitern) benötigten Infrastrukturen und kommunalen Finanzierungsmöglichkeiten vorhanden sind. Dringend notwendig erscheint die planerische Sicherung großflächiger Gewerbegebiete, da die bestehenden weitgehend belegt oder vergeben sind. Neue Gewerbeflächen können aus Immissionsschutzgründen nur im Süden der Stadt entstehen. Da die Nachbargemeinde Schülp bei Nortorf per Bürgerentscheid die Flächenabgabe an die Stadt Nortorf verweigert hat, bleibt der Stadt Nortorf nur, den Sprung über die bisher als Siedlungsbegrenzung angesehene Bundesstraße 205 zu wagen und südwestlich dieser Straße Gewerbeflächen zu erschließen. Ein erster, aber langfristig nicht ausreichender Schritt ist mit der Ausweisung des Sondergebietes Logistik erfolgt.

Die Gewerbeflächenvorsorge ist eine wichtige Funktion des Unterzentrums und muss auch zur Sicherung der Entwicklungsmöglichkeiten der Nortorfer Betriebe selbst vorangetrieben werden. In der Stadt Nortorf befinden sich einige überaus bedeutsame größere Unternehmen, deren Entwicklung zum Teil stark von neuen Flächenangeboten abhängt. Eine erste Absiedlung ist bereits erfolgt. Trotz des Beschäftigtenabbaus in einigen Betrieben kann die Basis der wichtigsten Nortorfer Betriebe als weiterhin zukunftsträchtig bezeichnet werden.

Das Unterzentrum Nortorf gewährleistet eine hervorragende Versorgung der Bewohner des Nahbereiches bei Gütern des täglichen und mittelfristigen Bedarfs. Dagegen ist die Grundversorgung in vielen Dörfern des Nahbereiches stark zurückgegangen und kaum mehr vorhanden. Einzig die größeren Gemeinden mit zusammenhängendem Siedlungsgebiet (Groß Vollstedt und Langwedel) decken zahlreiche Grundfunktionen ab, wobei Groß Vollstedt subzentrale Qualitäten ausweist. Daneben haben sich in einigen Orten durch unternehmerisches Geschick und durch Kopplung mit anderen Angeboten bzw. der Nähe anderer Geschäfte Versorgungsmöglichkeiten erhalten. Das gastronomische Angebot profitiert - neben der Qualität des Einzelanbieters - von den touristischen Schwerpunkten (Seen) der Region. Die Suche nach neuen Kopplungsmöglichkeiten und aktiven Betreibern kann auch die Versorgungsanlage in einzelnen Dörfern wieder verbessern. Weitere Verluste könnten so aufgefangen werden.

Notwendige Entwicklungsschritte sind insbesondere

  • die Stärkung der Ausbildungs- und Kooperationsbereitschaft der Betriebe,
  • die Beratung der Betriebe der Grundversorgung auf dem Land hinsichtlich von Erweiterungsmöglichkeiten,
  • die Schaffung großflächiger Gewerbeflächen im Süden der Stadt Nortorf unter solidarischer Mitwirkung der Nachbargemeinden im Interesse des Gesamtwohls der Region,
  • die Entschärfung örtlicher Nutzungskonflikte zwischen Wohnen und Gewerbe durch eine dorfangepasste Flächennutzungs- und Gewerbeflächenplanung,
  • die Stärkung der subzentralen Funktion von Groß Vollstedt und die Stärkung der Grundfunktion eines weiteren Dorfes im westlichen Amtsbereich.

Wirtschaftspotentiale im Bereich der Landwirtschaft

Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein wurde beauftragt, die Situation der Landwirtschaft im Amt Nortorf-Land zu untersuchen. In jeder der 16 amtsangehörigen Gemeinden und in der Stadt Nortorf ist über Vertreter der Landwirtschaft vor Ort die Situation aller landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe untersucht worden.

Derzeit werden im Amt Nortorf-Land von 252 Betrieben 83 % im Haupterwerb bewirtschaftet. Ihre Betriebsfläche umfasst 90 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Amtsgebietes. Die Böden wechseln stark und weisen eine mittlere Ertragsleistung auf. Das Acker-Grünlandverhältnis von 36 : 64 spiegelt die betriebliche Ausrichtung auf Milchviehhaltung wider. Die durchschnittliche Herdengröße beträgt 52 Kühe je Halter und liegt damit im Landesdurchschnitt. Die Flächenausstattung der Haupterwerbsbetriebe ist mit 68 ha leicht überdurchschnittlich.

In bezug auf die Betriebsentwicklung im Amt Nortorf-Land lässt sich abschätzen, dass sowohl die Betriebsausrichtung als auch der Hauptteil der landwirtschaftlichen Betriebe in den nächsten 5-10 Jahren bestehen bleibt. Nur 14 % der Betriebe werden mit Erreichen des Ruhestandalters aufgrund fehlender Hofnachfolge die Bewirtschaftung einstellen. So wird in näherer Zukunft auch kaum das Problem auftreten, ehemals landwirtschaftliche Bausubstanz einer neuen Nutzung zuzuführen.

Hingegen zeichnet sich ab, dass mit der zunehmenden baulichen Verdichtung einerseits und der Viehhaltung andererseits die Beachtung von Abstandsregelungen zwischen verschiedenen Nutzungsansprüchen immer zwingender wird. Um in diesem Bereich der Bauleitplanung die Möglichkeit der Planungssicherheit für die Gemeinden zu erreichen, werden in dieser Arbeit Immissionsabstandsbereiche überschlägig nach VDI-Richtlinien berechnet. Da sich innerhalb der Ortslage vorwiegend auf Rinderhaltung spezialisierte Betriebe befinden, spielten die baulichen Abstandsbereiche aufgrund von Geruchsimmissionen von schweinehaltenden Betrieben nur eine untergeordnete Rolle.

In bezug auf kommunale Planungen wird den Gemeinden im Amt Nortorf-Land empfohlen, ihre Flächennutzungsplanungen zu aktualisieren und begleitend einen Landschaftsplan aufzustellen.

Für die Förderung des ländlichen Raumes im Amt Nortorf-Land ergibt sich eine Vielzahl von Ansatzpunkten, die über integrierte Dorfentwicklungsverfahren und Flurneuordnungen bestehenden Strukturen zu verbessern und zu erweitern.

Landschaftsökologische Situation im Amtsbereich

Das Amt Nortorf-Land wird von den drei Naturräumen Ostholsteinisches Hügelland sowie Holsteinische Vorgeest und der Heide-Itzehoer-Geest durchzogen. Es ist in Teilen den Naturparks Westensee und Aukrug zugeordnet. Im nordöstlichen Amtsbereich liegt die Nortorfer Seenkette, deren Gewässer reich mit Nährstoffen versorgt sind.

Neben den Seen ist die Landschaft im Amt Nortorf-Land geprägt von einigen kleinen Fließgewässern, einem in Teilbereichen noch engen Knicknetz, Laubmischwäldern, zahlreichen kleineren Hochmoorbereichen sowie Feucht- und Nasswiesen.

Es sind vier kleinräumige Naturschutzgebiete und zwei Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. Landschaftspläne sind zum Teil in Auftrag gegeben, in den anderen Gemeinden bestehen dahingehend noch Defizite.

An ausgewählten Kriterien sind im Rahmen dieser Arbeit von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein die einzelnen Dörfer des Amtes über Kurzcharakteristiken beschrieben worden. Diese Untersuchungen ergaben, dass in den Dörfern noch vielfach alte Landschaftsstrukturen vorhanden sind, deren Zustand verbessert werden könnte. Es ist notwendig, dass  detaillierte Untersuchungen stattfinden, deren Ergebnisse über die Landschaftsplanung Eingang in die Flächennutzungspläne finden.

Zusammenfassend lässt sich aussagen, dass die Wirtschaft des Amtes Nortorf-Land von seiner Lage zwischen den Zentren Kiel, Neumünster und Rendsburg in seiner bisherigen Entwicklung profitiert hat und auch zukünftig von der Wirtschaftskraft dieser Region abhängig ist.