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Rundgang durch den Skulpturenpark

Alle Fotos von Kai Eckhardt, Nortorf

Blick in den Stadtpark Nortorf
Blick in den Stadtpark Nortorf
Lageplan

 

   
  1. Kopf Klaus Kütemeier
  2. Annäherung Bernd-Dietrich Stolte
  3. Griff Thomas Jaspert
  4. Stele Manfred Sihle-Wissel
  5. Sitzende Jutta Reichelt
  6. Sich leckender Gepard Hans Martin Ruwoldt
  7. Stehende mit erhobenen Armen Hans Martin Ruwoldt
  8. Vogel Ulrich Beier
  9. Großes oberes Fragment Tom Müllers
  10. Wegkreuz Anke Bunt
  11. Phönix Heinrich Rohwedder
  12. Viereck und Viereck Hans-Dieter Schrader
  13. Weiblicher Torso Jörg Plickat
  14. Drei Bögen Karl August Ohrt
  15. Neun Kreissegmente Dieter Koswig
  16. Landschaft Uwe Appold
  17. Fünf Arbeitstage Jan Koblasa
  18. Halm Uwe Gripp
  19. Bodenskulptur 30/90 Hans O. Lehnert
  20. Ikarus Hermann Stehr
  21. Lebenssäule Ulrich Lindow
  22. Helweg Susan Walke

Kopf (1)

Klaus Kütemeier
geb. 1939 in Delmenhorst, lebt in Hamburg

Kopf
1967/1968 - roter schwedischer Granit

Das Motiv des Kopfes hat den Künstler seit jeher beschäftigt; meistens in der Form des Porträts, manchmal aber auch frei von einem Modell.

Ein Ergebnis seiner Beschäftigung mit dem Motiv des Kopfes ist dieser kolossale Kopf aus Granit, an dem Kütemeier - einschließlich der Arbeit an den Sockelteilen - 1967 und 1968 ein knappes Jahr gearbeitet hat.

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Annäherung (2)

Bernd-Dietrich Stolte
geb. 1954 in Köln, lebt in Kiel

Annäherung
1984 - Marmor, Stahl

Annäherung ist ein Prozess. Eine Distanz wird verkleinert. Zwei Objekte oder Subjekte bewegen sich aufeinander zu.

Die ausgestellte Arbeit stellt eine Phase dieses Vorganges dar. Es ist dies der Moment sehr starker Annäherung. Marmorblock und -pfeiler berühren sich. Doch trotz der großen Nähe gibt es etwas Trennendes zwischen den beiden Teilen. Die Stahlkappe bewirkt durch Material und Form sogar etwas Zurückweisendes.

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Griff (3)

Thomas Jaspert
geb. 1963 in Soest/Westfalen, lebt in Bokel

Griff
1993 - Eiche

Der Griff ins Leere zu den Sternen.

Eine Hand reckt sich in den Himmel. Warum die linke Hand? Welche Wirklichkeitserfahrung führte hier das Werkzeug des Künstlers? Die Hand regt zum Nachdenken an und lässt viele Fragen offen.

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Stele (4)

Manfred Sihle-Wissel
geb. 1934 in Tallinn, lebt in Brammer

Stele
1978 - Eichenstamm im Kreuzschnitt aufgesägt, skulpiert, die Viertel diagonal verschraubt

Das säulenartige, figurenähnliche Gebilde, in dessen Vierteilung die Orientierung nach den Himmelrichtungen anklingt, steht als aufrechtes Zeichen des Überdauerns, als raumbestimmendes Feldzeichen, nahe der Architektur und dem menschlichen Körper.

Klarheit des Maßes und Reinheit des Formenkanons sind dem Bildhauer bei seinen Stelen wichtig, wichtig auch, wie der Raum in sie einschneidet, die "Haltung", in der sie ihm widerstehen.

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Sitzende (5)

Jutta Reichelt
geb. 1955 in Gifhorn, lebt in Boklund

Sitzende
1980 - Bronze

Die Körperlandschaft mit ihren auf- und abschwellenden Formen ist so lebendig und ausdrucksvoll, dass dieser Figur trotz ihres Torso-Charakters nichts zu fehlen scheint. Sie stellt sich dar als vollständiges, in sich ruhendes, harmonisches Ganzes.

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Sich leckender Gepard (6)

Hans Martin Ruwoldt
geb. 1891 in Hamburg, gest. 1969 in Hamburg

Sich leckender Gepard
um 1949 - Bronze

Sensibilität und Eleganz der Raubkatze finden in der spannungsvollen Differenzierung der Oberfläche ihre Entsprechung.

Ein wichtiger Komplex im Lebenswerk Ruwoldts sind die Tierdarstellungen. Der Kreatur fühlte sich dieser Künstler zeitlebens "brüderlich" verbunden, in ihr erkannte er Naturgeistigkeit und Ganzheit, denen er in seinen Arbeiten Ausdruck geben wollte.

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Stehende mit erhobenen Armen (7)

Hans Martin Ruwoldt
geb. 1891 in Hamburg, gest. 1969 in Hamburg

Stehende mit erhobenen Armen
um 1932 - Bronze

Ein Mädchen löst sich aus dem Stand, schreitet vorwärts und scheint sich mit typischer Gebärde ins volle Haar zu greifen. Das Gesicht könnte auf einen Spiegel gerichet sein. Kraftvolle Gesten und Vitalität wirken in der kompakten weiblichen Figur zusammen und beeindrucken durch ein gelöstes Formen- und Kräftespiel.

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Vogel (8)

Ulrich Beier
geb. 1928 in Flensburg, gest. 1981 in Hamburg

Vogel
1958 - Bronze

Die Vogelplastik zeigt eine Vereinfachung der Naturformen. Obwohl das Tier noch ohne Mühe erkennbar bleibt, wird mit dieser Arbeit ein weiterer Schritt getan, die Lösung der Kunst vom Gegenstand zur Abstraktion hin zu vollziehen.

Ein besonderes Vergnügen für die Hand ist es, Volumen und Glätte der Metallplastik zu ertasten. Hier wird exemplarisch demonstriert, was die haptischen Qualitäten einer Plastik ausmachen.

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Großes Oberes Fragment (9)

Tom Müllers
geb. 1953 in Düsseldorf, lebt in Rendsburg

Großes oberes Fragment
1993 - Gneis

Ein Steinvolumen wurde aus dem felsigen Gneis gebrochen. Bohrspuren an dem geometrischen Rohsteinblock sind sichtbar.

Durch Schleifen und Polieren des Rohlings entstand an der Unterseite eine spiegelnde Fläche.

Die massige Gestalt erweckt den Eindruck einer lastenden Brücke.

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Wegkreuz (10)

Anke Bunt
geb. 1960 in Husum, lebt in Kiel

Wegkreuz
1990 - Anröchter Dolomit

In der Raumaufteilung vereinigt sich eine besondere Form von Architektur und Plastik.

Die Kalksteinplatten erinnern in ihrer verschobenen Kreuzform an Grabsteine eines verlassenen Friedhofs

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Phönix (11)

Heinrich Rohwedder
geb. 1935 in Gnutz, lebt in Stuttgart

Phönix
1964 Bronze

Die Skulptur besteht aus einer gedrungenen kräftigen Mittelform mit zwei flügelartigen Gebilden an den Seiten.

Sie lässt die Ahnung an einen Vogel aufkommen. Sie ist die Verwandlung in eine neue Form.

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Viereck und Viereck (12)

Hans-Dieter Schrader
geb. 1945 in Bad Klosterlausnitz, lebt in Osterhever

Viereck und Viereck
1987 - Stahl, tomatenrot gestrichen

Dieser Arbeit sind eine Serie von systematisch konstruktiven Zeichnungen vorausgegangen.

Die Viereckform ist aus einem Quadrat entwickelt. Eine Seite des Quadrats wurde zweigeteilt, eine Seite des Quadrats viergeteilt.

Die in sich verschränkten Vierecke wurden so ineinander verhakt, dass sie ihre Gewichte gegeneinander ausbalancieren. Die raumgreifenden Formen der Skulptur zeichnen eine äußere und eine innere Form.

Sie beschreiben den realen Raum neu, in dem sich die Skulptur befindet.

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Weiblicher Torso (13)

Jörg Plickat
geb. 1954 in Hamburg, lebt in Steinfurt/Mielkendorf

Weiblicher Torso
1987 - schwedischer Granit

Dargestellt wird der weibliche Körper als Torso. Das Material ist rötlicher Granit.

Wichtig ist einerseits, der Skulptur eine gewisse Leichtigkeit zu geben. Deshalb werden die Diagonalen betont, Oberschenkel und Oberkörper ein wenig gestreckt.

Andererseits soll der Stein als natürliches Material so weit wie möglich zur Geltung gebracht werden. Deshalb wird auf eine illusionistische Gestaltung und auf mechanische Spuren der Bearbeitung verzichtet.

Das Spannungsverhältnis, das so zwischen Architektur und zufälliger Struktur entsteht, ist das beabsichtigte ästhetische Ergebnis.

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Drei Bögen (14)

Karl August Ohrt
geb. 1902 in Schönwalde

Drei Bögen
1970/1971 - Bronze

Drei Bögen: Bindung - Lösung - Befreiung. Das ist die Darstellung einer Verwandlung.

Der untere Bogen ist Ausdruck des Sammelns von Kraft. Der mittlere spürt die Ausstrahlung, nutzt sie, beginnt sich zu lösen und gibt dem oberen Bogen die Freiheit, die ihn wie schwebend erscheinen lässt.

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Neun Kreissegmente (15)

Dieter Koswig
geb. 1948 in Halle, lebt in Eggstedt

Neun Kreissegmente
1978 - Granit

Die Steine dienten einst als Straßeneinfassung. Sie sind nach einem Ordnungsprinzip ausgewählt: Ihre Länge nimmt zu oder ab, je nach dem Anfang der Betrachtung. Die leichte Bogenform aller Teile ermöglicht das Zusammenfügen zu einem Kreisfragment. Den vollständigen Kreis mag der Betrachter bestimmen.

Die einst glatt bearbeiteten Oberflächen der Steine sind verdeckt. Ihre Vergangenheit scheint begraben.

Eine andere Umgebung und Verwendung lässt die Kraft des Granits erkennen. Aus der Anonymität heraus präsentieren die Steine nun ihre Persönlichkeit.

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Landschaft (16)

Uwe Appold
geb. 1942 in Wilhelmshaven, lebt in Flensburg

Landschaft
1986 - Stahl

Die Plastik entstand u.a. 1986 während eines Arbeitsstipendiums bei der Firma Autokraft in Kiel-Wellsee.

Die Linien und Konturen der Stahltafeln zeichnen die sanften Schwünge der schleswig-holsteinischen Landschaft nach. Auf den Flächen sind Reste von Arbeitsspuren zu sehen: Maße, Zeichen, Abmessungen.

Die Plastik steht in dem Spannungsbogen zwischen Arbeitsprozess - hier als Teil einer Spurensicherung - und der Landschaft, in der gearbeitet wird.

Sie ist eine Arbeit über Arbeit.

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Fünf Arbeitstage (17)

Jan Koblasa
geb. 1932 in Tabor/Tschechoslowakei, lebt in Hamburg

Fünf Arbeitstage
1989 - Findlinge, Feldsteine, Edelstahl

Halb versunken in der Erde: Granit, Findlinge. Halb aus der Erde herausragend, sind die Steine durch Stahlantennen mit dem Denken der Welt verbunden. An den Antennen schwebt ein Stück Stein: fünf Stücke der Erde, die in der Luft schwingen.

Die Stahlstäbe feiern die fünf Arbeitstage der Woche: Arbeit als Erfüllung des Lebens und als Bestimmung des eigenen Platzes auf dieser Welt. Es ist die Arbeit, die den Menschen menschlich macht.

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Halm (18)

Uwe Gripp
geb. 1955 in Kiel, lebt in Kiel

Halm
1986 - Stahl

Wirklichkeitserfahrung weckte die Idee für diese Arbeit.

Der gebrochene Halm besteht aus zwei ähnlich großen, winkligen Teilen. Er weist auf sterbende Natur hin. Durch die Korrosion der Oberflächen ist das Kunstwerk selbst dem natürlichen Verfall unterworfen.

Form und Material stehen gleichnishaft für Werden und Vergehen.

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Bodenskulptur 30/90 (19)

Hans O. Lehnert
geb. 1937 in Ostpreußen, lebt in Rodenäs

Bodenskulptur 30/90
1991 - Cor-Ten-Stahl

Stahlplatten auf Stäben fügen sich zu einem zweiteiligen Gebilde. Durch Überkreuzen, Verschachteln und Versetzen entsteht ein offenes Kreuz.

Ikarus (20)

Hermann Stehr
geb. 1937 in Uetersen

Ikarus
2. Fassung 1980 - Aluminiumguss

Die modellierte Figur wurde in Teilen abgeformt und diese nach nochmaligem Abformen in Sand mit einer Aluminiumlegierung gegossen. Die einzelnen Teile wurden zusammengeschweisst und durch Schleifen und Polieren bearbeitet.

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Lebenssäule (21)

Ulrich Lindow
geb. 1949 in Mölln, lebt in Kiel und Schobüll

Lebenssäule
1990 - Anröchter Dolomit

Die freistehende Säulenform mit ihren rhythischen Kerbungen, sieben Bohrungen und Dellen deutet mit ihren Spuren auf Zeitabläufe hin (sieben Wochentage). Unterschiedliche Oberflächenstrukturen kennzeichnen in übertragenem Sinne persönliche Lebensabläufe.

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Helweg (22)

Susan Walke
geb. 1957 in Hamburg, lebt in Fahrdorf

Helweg
1985 - schwedischer Diabas, teilweise bearbeitet

Hel heisst die germanische Göttin des Totenreiches. Die Steingruppe symbolisiert den Weg vom Leben zum Tod.

In der Anordnung der aufeinander zustrebenden und größer werdenden Steine liegt die dynamische Wirkung dieser Gruppe. Das Tor, das die zwei großen letzten Steine bilden, muss durchschritten werden. Der Weg folgt dem Gesetz der Natur vom Wachsen und Vergehen im Unendlichen.