Geschichte der Gemeinde Langwedel

Der früheste Nachweis Langwedels findet sich in einer Urkunde des holsteinischen Grafen Adolfs III. von 1197. Ein gewisser Volkwin von Langwedel war einer ihrer vielen Zeugen. Bis 1269 tauchen etliche Mitglieder dieser frühen Adelsfamilie wiederholt in derartiger Funktion auf. Danach hören wir von ihr nichts mehr. Später, in den Jahrzehnten um 1400, erwarb das Kloster Itzehoe in mehreren Schritten das ganze Dorf Langwedel. Von dort aus wurde es - als einziges Dorf des heutigen Amtes Nortorfer Land - bis 1867 verwaltet. Die jahrhundertelange Verbindung mit dem Kloster wird im Gemeindewappen durch einen Äbtissinenstab dargestellt.

Während die Langwedeler stets freie Menschen waren, lässt sich das für die Bewohner der heutigen Gemeindeteile Blocksdorf (Ersterwähnung 1442), Enkendorf (1376), Manhagen (1575) und Pohlsee (1418) nicht sagen. Sie waren vom ausgehenden Mittelalter bis 1805 Leibeigene, zunächst des Gutes Deutsch-Nienhof, später dann Pohlsees. Die Verbindung zu beiden bestand bis 1975. Damals löste sich die 1928 aus dem gleichnamigen Gutsbezirk gebildete Gemeinde Deutsch-Nienhof auf und wurde Teil der Gemeinde Langwedel. Doch schon ein Jahr später verließen die nördlichen Ortsteile (Deutsch-Nienhof, Josefinenhof, Krähenberg und Wrohe) das neue Gebilde wieder und schlossen sich der Gemeinde Westensee an.

Obwohl in Langwedel Landwirtschaft stets Haupterwerbzweig war, siedelten sich aufgrund günstiger landschaftlicher Voraussetzungen immer wieder industriell ausgerichtete Betriebe auf dem Gemeindegebiet an. Zu nennen sind z.B. Mühlen in den Ortsteilen Wennebek und Manhagen sowie im Dorf selbst (Ersterwähnung 1418), eine um 1670 produzierende Glashütte an der Grenze zu Blumenthal sowie im 19. Jahrhundert mehrere Ziegeleien und kurzfristig sogar eine Packpapierfabrik (um 1860/65). Etwas außergewöhnlich mutet dagegen eine Nerzfarm an, die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde, aber bald wieder einging. Heute sind andere Gewerbezweige tonangebend, z.B. Kiesabbau und Tourismus.

Eine Besonderheit sind die Schulen in Langwedel, von denen es zwei im Dorf gibt. Bei dem jüngeren Schulhaus handelt es sich um einen stattlichen, gründerzeitlichen Bau von 1881, der noch heute als Grundschule dient. Die ältere Schule, ein Fachwerkbau von 1764, ist eine der ältesten erhalten Schulkaten Schleswig-Holsteins. Gelehrt und gelernt wird dort allerdings nicht mehr, sondern sie dient dem örtlichen Kultur- und Museumsverein für Ausstellungen und Vorträge. In vorbildlicher Weise sind hier Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft worden.  

Weiterführende Literatur

  • Robert Renner. Langwedel. Blocksdorf-Enkendorf-Pohlsee. Langwedel 1983.
  • Kultur- und Museumsverein Langwedel [Hrsg.]. 800 Jahre Langwedel 1197-1997. Langwedel 1997.
  • Kultur- und Museumsverein Langwedel [Hrsg.]. Ut de Schoolkat. Heft 1 ff. Langwedel 1998 ff.