Smart City

Nortorf und Nortorfer Land sind Teil der Digitalen Modellkommunen in Schleswig-Holstein

Die Stadt Nortorf und Gemeinden des Amtes Nortorfer Land an dem Landeswettbewerb „Digitale Modellkommunen“ teilgenommen. Obwohl die Covid 19-Pandemie erhebliche Probleme bei der Kommunikation mit den Kommunen verursacht hat, hat das Konzept die Jury überzeugt. Das Projekt hat eine maximale Laufzeit vom 01.11.2020-30.06.2022. In diesem Zeitraum wird mit breiter Beteiligung eine Digitale Kommunale Strategie erarbeitet, die als Fahrplan für die Nutzung digitaler Anwendungen in unserer Region dienen soll.

Was ist Smart City?

Foto: © Gerd Altmann@Pixabay

In einer Smart City oder Smart Country sollen digitale Technologien zum Wohle der Menschen und der Gemeinschaft genutzt werden. Digitalisierung soll dazu dienen, die eigenen Gemeinde und die eigene Region attraktiver und lebenswerter zu machen und das Leben und Arbeiten zu erleichtern. Dabei soll das Miteinander und die gesellschaftliche Teilhabe zu verbessert werden. Es geht auch darum, die Zukunftsfähigkeit und den Bevölkerungsstand zu sichern und die Energieversorgung und die Mobilität nachhaltig zu gestalten. Digitale Technologien verbessern die Versorgung mit wichtigen Gütern wie Mobilität, Energie, Kommunikation und Gesundheit.

Digitalisierung ist also ein wichtiger Teil unserer zukünftigen Daseinsvorsorge und verbessert letztendlich die Lebensqualität. Eine smarte Region ist einfach gesagt so etwas wie ein Internet der Dinge mit intelligenten Dienstleistungen und Angeboten. Smart Cities verbessern die Beziehung zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltung und Wirtschaft und schaffen wichtige Voraussetzungen zum schonenden Einsatz von Ressourcen.

Die konkrete Umsetzung in der Praxis erfolgt im Zusammenspiel von drahtlosen und super-schnellen Funknetzen, smarten Endgeräten und innovativen Anwendungen. Mit dem Kommunikationsstandard 5G ergeben sich in den nächsten Jahren neue Möglichkeiten, um Menschen und Geräte miteinander zu vernetzen.

Was geschieht in der Region des Amtes Nortorfer Land?

Aufbauend auf im Jahr 2019 entwickelte Überlegungen wollen die Stadt Nortorf und weitere Partnerkommunen, derzeit die Gemeinden Borgdorf-Seedorf, Schülp bei Nortorf, Timmaspe und Warder als „Smart City Nortorf und Nortorfer Land“ gemeinsam eine Digitale Kommunale Strategie entwickeln. Die Strategie soll als Fahrplan dienen, um systematisch und transparent digitale Entwicklungen als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge im Sinne der BürgerInnen und Bürger voranzubringen. Es soll eine Rückkopplung mit der IT- und Digitalisierungsstrategie des Landes erfolgen. Während der Strategieentwicklung sollen digitale Prototypen für digitale Anwendungen entwickelt werden, um zu einem frühen Zeitpunkt ein „Look and Feel“ der echten Anwendung zu erzeugen und Entscheidungen für Investitionen in Hard- und Software zu ermöglichen. Es ist auch beabsichtigt, noch während der Projektphase digitale Anwendungen zu etablieren und hierfür auf bestehende Fördermittel (Aktivregion, GAK, BMVI etc.) zurückzugreifen. Das Projekt kann auf einer bereits sehr gut ausgebauten Infrastruktur aufbauen: Glasfasernetz, weiter verbessertes 4G-Mobilnetz, LoRaWan-Start-Netz. Sie soll auch die interkommunale Zusammenarbeit sowie die Verzahnung von Verdichtungsräumen und ländlichen Räumen im Sinne einer zukunftsorientierten Stadt- und Raumentwicklung fördern.

Die Stadtwerke Nortorf AöR übernehmen im Auftrag der Kommunen die Durchführung und Koordination des Projekts und sind die für konkrete Umsetzung verantwortlich. Als rein kommunales Unternehmen steht die kommunale Daseinsvorsorge für die Stadtwerke Nortorf im Zentrum ihrer Arbeit. Die Digitalisierung spielt bei der Infrastruktur und der Versorgung der Menschen und Unternehmen mit Energie, Wärme, Wasser und Kommunikation eine immer wichtigere Rolle. Die Organisation des Projekts ermöglicht eine transparente Kommunikation mit klaren Verantwortlichkeiten:

Die gemeinsame Strategieentwicklung soll die unterschiedlichen Ausgangslagen in den beteiligten Gemeinden abbilden und deren Wechselwirkungen in einen räumlichen Zusammenhang stellen, so Komplexität reduzieren und eine gemeinschaftliche Vorgehensweise sicherstellen. Sie soll eng mit dem Fortschritt der digitalen Verwaltung abgestimmt sein. Als Ergebnis des Prozesses wird eine umfassende, schriftlich ausformulierte digitale Strategie für die kommunale Daseinsvorsorge vorgelegt, die lang-, mittel- und kurzfristige Ziele formuliert, konkrete Projektvorhaben enthält und eine Planung auf Maßnahmenebene vorsieht. Alle Ergebnisse sollen einfach, adaptiv und nützlich sein: für andere Kommunen nachnutzbar, technische und Software-Lösungen open-source verfügbar.

Die Stadt Nortorf übernimmt als aufstrebendes Unterzentrum zentralörtliche Versorgungsfunktionen für ca. 18.500 Menschen in Nortorf und im Amt Nortorfer Land. Herausfordernd sind die zunehmende Alterung und der Rückgang der Bevölkerung (Prognose: -8 % von 2014-2030). Vorteilhaft ist die räumliche Lage im Dreieck der Städte Rendsburg, Kiel und Neumünster, als Bindeglied der Naturparke Aukrug und Westensee und als geografischer Mittelpunkt Schleswig-Holsteins. Zur Verringerung der Risiken und Nutzung der Chancen muss Nortorf als Zentrum ein moderner und attraktiver Standort für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen sowie Gäste sein. Nortorf ist hier mit digitalen Investitionen bereits in die Vorhand gegangen (u.a. Glasfasernetz, LoRaWan-Startnetz, digitale Gremienarbeit) und hat den festen Willen, weiter Vorreiter für eine umfassende Digitalisierung im ländlichen Raum zu sein.

Die Erwartung der Projektpartner ist eine verbesserte Daseinsvorsorge mit besserer Lebensqualität und so einem direkten Mehrwert für BürgerInnen und lokalen Akteure: bessere Kommunikation mit Verwaltung und Politik, neue geschäftliche Möglichkeiten, größere Attraktivität vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Die interkommunale Kooperation soll die aktive Gestaltung der Digitalisierung ermöglichen und die räumliche Kohärenz verbessern. Insbesondere sollen auch digitale Kompetenzen verbreitert werden, um die Nutzung zu erleichtern. Die Gemeinden wollen „Smart City Nortorf und Nortorfer Land“ gemeinsam strategisch voranbringen und die kommunale Daseinsvorsorge um Digitalisierung erweitern und gemeinsame räumliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungspotentiale nutzen. Die Kommunen sehen große Vorteile aufgrund der räumlichen Lage, wünschen aber auch die Offenheit für die erweiterte interkommunale Zusammenarbeit.

Als erster Schritt wurde die Entscheidung zur Teilnahme am Wettbewerb „Digitale Modell-kommunen Schleswig-Holstein“ getroffen.

Am 13.02.2020 wurde im Amtsgebäude eine für alle BürgerInnen und lokalen Akteure offene Informationsveranstaltung durchgeführt, zu der öffentlich eingeladen wurde. Ein Videostream ist auf YouTube verfügbar.

Fünf Partnergemeinden – Nortorf, Schülp und Borgdorf-Seedorf, Timmaspe und Warder – haben die Kooperationsvereinbarung bereits unterzeichnet. Sieben weitere Gemeinden haben eine Unterstützungserklärung für den Antrag unterzeichnet. Alle Gemeinden im Amt Nortorfer Land werden aktiv in den gesamten Prozess einbezogen. Die Kooperationsvereinbarung ist explizit offen für weitere Partner.

Was soll erreicht werden?

Foto: © Gerd Altmann@Pixabay

Der Strategieentwicklungsprozess soll aktiv gestaltet und auf der normativen Basis der Smart City Charta erarbeitet werden. Dabei sollen digitale Technologien und Anwendungen das Leben, Arbeiten und Wirtschaften einfacher und angenehmer machen, die Attraktivität ländlicher Kommunen verbessern und den Zusammenhalt funktionaler Räume sichern. In einem interkommunalen Ansatz sollen digitale Technologien die Versorgung mit wichtigen Gütern wie Mobilität, Energie, Kommunikation und Gesundheit nachhaltig verbessern. Grundlegend ist hier der bestehende Wille zur aktiven Gestaltung der digitalen Transformation im Sinne der Bürgerinnen und Bürger.

Hauptziel der Digitalen Kommunalen Strategieentwicklung ist die Verbesserung und Erweite-rung der kommunalen Daseinsvorsorge und die Bewältigung des demografischen Wandels durch Nutzung digitaler Technologien und Anwendungen. Dabei steht der Nutzen digitaler Anwendungen für die Bürgerinnen und Bürger und die Gemeinschaft im Zentrum. Hierzu gehören drei Kern-Aktivitätsbereiche:

  1. BürgerInnen und kommunale Akteure sind über eine breite Beteiligung, Information und Kompetenzentwicklung zu den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung über eine breite Beteiligung in den Strategieentwicklungsprozess eingebunden. Durch Smart City sollen die gesellschaftliche Teilhabe und die Kommunikation mit Politik und Verwaltung verbessert werden.
  2. Digitale Technologien und Anwendungen werden vorangebracht, die das Leben, Arbeiten und Wirtschaften erleichtern und nützlich sind. Verbunden mit der interkommunalen Vernetzung wird eine bessere Anpassung an den sozio-ökonomischen, technischen und demografischen Wandel erreicht und die Region für BürgerInnen, Unternehmen und Gäste noch attraktiver. Gleichzeitig können lokale Unternehmen neue digitale Ge-schäftsmodelle erschließen.
  3. Nachhaltige Versorgung mit Energie und Mobilität im ländlichen Raum wird mit Hilfe digitaler Technologien und Anwendungen wirtschaftlich nachhaltig und klimagerecht gestaltet. Die digitale Vernetzung der Versorgungsinfrastruktur ermöglicht effizientere Prozesse, neue Produkte, höheren Kundennutzen und eine nachhaltige Versorgung mit Energie und Mobilität.